Apollo und Blackstone haben dem KI-Unternehmen Anthropic eine Finanzierung von über 35 Milliarden US-Dollar zugesichert und setzen damit einen neuen Maßstab im privaten Kreditmarkt. Das Kapital soll über eine eigens gegründete Leasinggesellschaft in den Erwerb von KI-Chips fließen.
Die Finanzierung wurde über eine eigens gegründete Gesellschaft strukturiert, die Alphabet-entwickelte Chips kauft und Anthropic gegen Leasingzahlungen zur Verfügung stellt; Banken und Investoren erhalten im Gegenzug Anspruch auf die künftigen Zahlungen. Die Struktur ist nach Risikostufen aufgebaut: Der größte Teil stammt von Banken und institutionellen Investoren und ist zusätzlich durch Broadcom abgesichert, was Geldgebern niedrigere Risiken und entsprechend niedrigere Zinsen beschert. Eine nachgelagerte Finanzierungsstufe kommt ohne diese Absicherung aus, trägt ein höheres Ausfallrisiko und bietet entsprechend höhere Renditen. Anthropic wurde in seiner letzten Finanzierungsrunde auf 965 Milliarden US-Dollar geschätzt und hat zuletzt Unterlagen für einen Börsengang eingereicht.
Laut FT gibt es unter Investoren Skeptiker: Einige schrecken davor zurück, Kapital bereitzustellen, ohne vor einem möglichen Börsengang Einblick in die Geschäftszahlen von Anthropic zu erhalten. Kritik gibt es auch an der Stufenstruktur, da Mittel nur schrittweise abgerufen werden und Investoren zeitweise geringere Erträge erzielen. Broadcom sieht das Modell dennoch als Blaupause für künftige KI-Infrastrukturfinanzierungen; die Transaktion reiht sich in eine Welle milliardenschwerer Chipkauf-Finanzierungen ein, bei der sich auch Alphabet mit rund 80 Milliarden Dollar und Amazon mit rund 10 Milliarden Dollar positionieren.




