Deloitte: Warum KI-Nutzung noch keine Transformation ist

blog main image
July 9, 2026
10.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Zahlreiche Unternehmen setzen ihre Belegschaft unter Druck, Künstliche Intelligenz einzusetzen. Reine Nutzungszahlen sagen jedoch wenig darüber aus, ob sich die Arbeitsweise tatsächlich verändert. Eine aktuelle Untersuchung von Deloitte zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Einsatz der Technologie und der eigentlichen Anpassung der Arbeitsprozesse.

Ernüchternde Zahlen

Der Zugang zu KI-Werkzeugen hat innerhalb eines Jahres um 50 Prozent zugenommen. Trotzdem nutzen weniger als 60 Prozent der Beschäftigten mit entsprechendem Zugang die Technologie tatsächlich im Arbeitsalltag. Lediglich 16 Prozent der befragten Organisationen haben ihre Arbeitsabläufe an die neuen Möglichkeiten angepasst. Michael Ehret, Chief People Officer bei Walmart International, ordnet den Befund so ein: Viele Häuser behandelten die Einführung von KI als reine Frage der Verbreitung, ohne konkret zu benennen, welche Ergebnisse damit erzielt werden sollen.

Drei zentrale Kompetenzen

Die Studie identifiziert drei Fähigkeiten, an denen sich eine echte Veränderung ablesen lässt. Zunächst geht es um Urteilsvermögen: Nur die Hälfte der Führungskräfte überprüft die Ergebnisse aus KI-Anwendungen regelmäßig auf ihre Qualität. Zweitens braucht es die Bereitschaft zum Ausprobieren: 78 Prozent der Beschäftigten geben zwar an, laufend neue Arbeitsweisen zu testen, doch nur 56 Prozent fühlen sich dafür wertgeschätzt. Der dritte Punkt ist offenes, gedankliches Denken. Bei Beschäftigten, die einen erheblichen Wandel durch KI wahrnehmen, klagen 69 Prozent über eine gestiegene Arbeitsbelastung, und 43 Prozent nennen Zeitmangel als größte Hürde.

Empfehlungen für den nächsten Schritt

Deloitte rät zu einem Kreislauf aus fortlaufender Beobachtung, individueller Ansprache und gezielter Gestaltung der Lernerfahrungen. Anstelle einmaliger Schulungen sollten Beschäftigte über wiederkehrende Formate an die Technologie herangeführt werden. Konzerne wie das Energieunternehmen Enel bringen bereits 1.240 Führungskräfte aus 18 Ländern in Präsenzveranstaltungen zusammen. Bei der spanischen Bank BBVA dürfen Beschäftigte eigene KI-Anwendungen entwickeln, allerdings innerhalb klarer Regeln und mit verpflichtender menschlicher Kontrolle. Der Unterschied zwischen den führenden Häusern und dem Rest wird sich nicht an Nutzungsquoten zeigen, sondern daran, welche Unternehmen die Voraussetzungen für ein tiefgehendes und reflektiertes Arbeiten mit KI tatsächlich schaffen.

Verwandte Artikel

Aktuelle Stellenangebote

Meistgelesene Artikel

Unsere Partner

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei: