Bei der Beratungsgesellschaft EY greift Künstliche Intelligenz mittlerweile in sämtliche Bereiche des Arbeitsverhältnisses ein, von der Personalgewinnung über die Einarbeitung bis hin zur Beförderung. Ginnie Carlier, Chief Talent and Culture Officer für den amerikanischen Raum, sieht darin ein grundlegendes Umdenken bei Karrieremodellen.
Wo früher eine geradlinige Reihenfolge von Positionen den Werdegang bestimmte, treten heute individuellere Wege in den Vordergrund. Beiträge werden zunehmend an Kompetenzen, Erfahrungen und Ergebnissen gemessen, weniger an klar umrissenen Stellenbeschreibungen. Um dieser Verschiebung Rechnung zu tragen, testet EY neue Formen der Beurteilung, darunter schnellere Aufstiege und ausgeweitete Kompetenzeinschätzungen. Ziel sei es, Menschen präziser den passenden Rollen zuzuordnen.
Führungskräfte sollen künftig psychologisch sichere Räume schaffen, in denen Beschäftigte mit KI experimentieren und aus Fehlern lernen können. Zusätzlich rückt das Coaching sowie die Steuerung von Teams aus Menschen und KI-Agenten in den Vordergrund. Klassische Fähigkeiten wie routinierte Analysen, manuelle Recherche oder das Erstellen von Präsentationen verlieren an Gewicht.
Bereits beim Einstieg setzt das Beratungshaus auf veränderte Auswahlverfahren. Bewerber am Anfang ihrer Karriere durchlaufen ein Kompetenzassessment. Ergänzt wird das durch das Programm 360 Careers, das seit dem Sommer 2024 läuft und Berufseinsteigern Rotationen durch verschiedene Bereiche des Konzerns ermöglicht. Diese Initiative ist Teil einer Investition von einer Milliarde Dollar, mit der EY unter anderem höhere Einstiegsgehälter und KI-gestützte Plattformen für Prüfung und Steuern bündelt.




