Der neue KPMG-Chairman Michael Ebeid steht vor der Aufgabe, gleich mehrere Board-Sitze in Australien neu zu besetzen. Nachdem bereits mehrere unabhängige Direktoren gegangen sind, deutet die nächste Rücktrittsankündigung an, dass sich der Skandal auch strukturell in der Aufsicht auswirkt.
Bereits Ende Juni verließ die unabhängige Direktorin Patty Akopiantz still und ohne öffentliche Mitteilung das South-Asia-Pacific-Board von KPMG. Bekannt wurde ihr Ausscheiden erst durch Unterlagen an den parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Im September zuvor hatte der frühere Premier von New South Wales, Mike Baird, das Gremium verlassen. Ebenfalls erwartet wird der Abgang von Jane Hemstritch, sobald Nachbesetzungen gefunden sind. Beide Frauen hatten intern die Handhabung der Whistleblower-Vorwürfe kritisiert.
Für zusätzliches Aufsehen sorgt der Rückzug von Senior-Partnerin Kim Lawry, die im Juli sowohl das Board als auch die Partnerschaft niedergelegt hat. Auslöser war ein direkter Wunsch der Westpac, sie aus dem Audit-Team zu entfernen, um Ablenkung durch den Skandal zu vermeiden. Damit greift die Krise erstmals unmittelbar auf ein aktives Mandantenverhältnis über.
Parallel hat KPMG dem Ausschuss unter Vorsitz von Senatorin Deborah O'Neill offiziell bestätigt, dass sich der zentrale Vorwurf gegen die frühere COO Eileen Hoggett zum Umgang mit Lendlease-Board-Unterlagen als zutreffend erwiesen hat. Ebeid hat als Priorität ausgegeben, das Board mit paritätischer Verteilung zwischen unabhängigen Mitgliedern und Partnern neu aufzustellen.




