Bain & Company erwartet für 2026 ein weiterhin robustes Umfeld für Fusionen und Übernahmen. Der neue Report verweist auf steigende Volumina, eine aktivere Deal-Pipeline und einen zusätzlichen Treiber aus dem Private-Markets-Ökosystem: Ein wachsender Bestand an Private-Equity- und Venture-Capital-Assets, der sich auf Exits vorbereitet.
Laut Bain erreichte das weltweite M&A-Volumen 2025 4,9 Billionen US-Dollar, ein Plus von 40 Prozent und damit der zweithöchste jemals gemessene Wert. Der Ausblick stützt sich auch auf eine Befragung von 300 M&A-Verantwortlichen. 80 Prozent erwarten, ihre Transaktionsaktivitäten 2026 mindestens zu halten oder auszubauen. Bain begründet das mit verbesserten makroökonomischen Rahmenbedingungen und einer strategischen Neuausrichtung vieler Unternehmen.
Für Deutschland berichtet Bain ein Transaktionsvolumen von rund 125 Mrd. US-Dollar für 2025, ebenfalls deutlich über Vorjahr. Parallel stieg die Zahl der Deals über 30 Mio. US-Dollar. Auffällig ist die sektorale Entwicklung: Während Industriegüter und -dienstleistungen beim strategischen Dealwert rückläufig waren, legten Transaktionen im Bereich Technologie sowie Finanzdienstleistungen stark zu. Der Befund passt zu einem Umfeld, in dem Unternehmen gezielt Fähigkeiten, Technologie und Marktpositionen zukaufen.
Bain hebt den wachsenden Bestand an PE- und VC-Assets hervor, die in den kommenden Jahren verkaufsreif werden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für Sponsor-Exits, aber auch für Carve-outs, Portfolioumbauten und Desinvestitionen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen bereitet laut Bain bereits heute Assets für einen Verkauf vor. Damit wird M&A zunehmend Teil einer systematischen Portfoliostrategie und nicht nur opportunistische Ergänzung.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der zunehmende Einsatz von KI in M&A-Prozessen. 45 Prozent der Befragten haben 2025 KI-Tools bei Transaktionen genutzt, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Bain nennt als typische Einsatzfelder die Steuerung der Deal-Pipeline, Markt- und Wettbewerbsanalysen, schnellere Synergie-Realisierung sowie geringeren Aufwand bei der Integrationsvorbereitung. Der Report erwartet, dass KI die Transaktionsarbeit in den kommenden Jahren spürbar verändern wird.




