Brüssel nimmt Meta ins Visier

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February 11, 2026
11.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Die EU-Kommission wirft dem Konzern vor, bei WhatsApp konkurrierende KI-Anbieter zu benachteiligen und verlangt unter Androhung von Sanktionen Änderungen.

Erstes KI-Verfahren unter neuem Regelwerk

Ein Präzedenzfall nimmt Gestalt an. Die EU-Kommission eröffnete das erste bedeutende Verfahren unter dem Digital Markets Act, das sich ausdrücklich mit Künstlicher Intelligenz befasst. Im Zentrum steht die Frage, ob Meta externen Anbietern von Chatbots den Zugang zu einer zentralen WhatsApp-Schnittstelle unfair erschwert. Am Montag übermittelte Brüssel dem Konzern seine Bedenken und setzte eine klare Frist für Korrekturen.

Ungleiche Bedingungen bei der API

Der Konflikt dreht sich um die Nutzungsbedingungen der WhatsApp Business API. Nach Einschätzung der Kommission schließt Meta Bots von Drittanbietern systematisch von dieser Schnittstelle aus. Die konzerneigene Meta AI genieße hingegen uneingeschränkten Zugang. Dieses Ungleichgewicht verstoße gegen das Verbot der Selbstbevorzugung, das für sogenannte Gatekeeper unter dem europäischen Digitalmarktgesetz gilt.

WhatsApp als regulierte Plattform

Der Messenger erfüllt die Kriterien eines besonders wichtigen Dienstes im Sinne des Digital Markets Act. Für Plattformen mit dieser Einstufung gelten verschärfte Verhaltensregeln, insbesondere gegenüber Wettbewerbern. Die Kommission verlangt, dass Meta noch während der laufenden Untersuchung faire Zugangsbedingungen schafft. Andernfalls drohten Maßnahmen, um irreparable Wettbewerbsschäden in Europa abzuwenden.

Konzern hält Vorwürfe für unbegründet

Meta widerspricht der Darstellung. Ein Sprecher erklärte, Brüssel überschätze die Bedeutung der WhatsApp-Schnittstelle als Vertriebskanal für KI-Assistenten. Entwicklern stünden zahlreiche Alternativen offen, darunter App-Stores, Betriebssysteme und Partnerschaften mit Geräteherstellern. Zuvor hatte der Konzern argumentiert, externe Bots hätten die Kapazitäten der Business-API überstrapaziert.

Kommissarin mahnt zur Eile

Teresa Ribera, zuständig für Wettbewerbsfragen, begründete das zügige Vorgehen mit der Dynamik der KI-Märkte. Schnelle Entwicklungen erforderten schnelle Aufsicht. Meta erhält nun Gelegenheit zur Stellungnahme.