Die Finanzaufsicht hat den Jahresabschluss 2023 beanstandet. Nun wendet sich der angeschlagene Agrarkonzern gegen seinen langjährigen Prüfer. Parallel laufen Ermittlungen gegen frühere Vorstände.
BayWa kämpft ums Überleben. Im Rettungskonzept fehlen 2,7 Milliarden Euro. DZ Bank und UniCredit müssen einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung zustimmen, sonst bricht das Gerüst zusammen. Parallel verhandelt der Konzern über den Verkauf seiner neuseeländischen Obsttochter T&G Global. Intern wird hart gespart. Mehr als tausend Stellen fallen weg, der Umsatz soll auf zehn Milliarden Euro schrumpfen. Den testierten Abschluss für 2025 erwartet das Management erst im letzten Quartal dieses Jahres.
Die BaFin hat den Jahresabschluss 2023 beanstandet. Im Lagebericht fehlten demnach Hinweise auf einen Milliardenkredit sowie auf Gefahren bei Anleihen und kurzlaufenden Schuldpapieren im dreistelligen Millionenbereich. PwC hatte dem Zahlenwerk zuvor einen sauberen Prüfvermerk erteilt. BayWa lässt nun untersuchen, ob daraus Ansprüche gegen die Wirtschaftsprüfer entstehen. Der frühere Kontrolleur könnte zum Prozessgegner werden. Auch die Abschlussprüferaufsicht Apas beschäftigt sich mit dem Fall.
Die Münchner Anklagebehörde hat Verfahren gegen die ehemaligen Konzernchefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger eröffnet. Im Raum stehen Untreue und fehlerhafte Bilanzdarstellung. Beide gelten bis zu einem Urteil als unschuldig. Die Kanzlei TILP bereitet zudem Klagen für Aktionäre vor, die zwischen Anfang 2022 und Anfang 2026 Papiere erwarben.
Das Geflecht aus Behördenverfahren, Strafermittlungen und wackeligem Sanierungsplan belastet die Aktie. Seit Jahresbeginn hat sie mehr als ein Fünftel eingebüßt. Die kommenden Monate dürften unruhig bleiben.




