Der Speeki-Gründer und CEO Scott Lane sieht die vier großen Prüfungs- und Beratungshäuser Deloitte, PwC, EY und KPMG in einer strukturellen Zerreißprobe. Ursache ist aus seiner Sicht ein einfaches Rechenbeispiel: KI beschleunigt Beratungsleistungen massiv, kollidiert aber frontal mit dem Stundensatz-Modell.
Lane argumentiert, dass Mandanten zunehmend erwarten, die Effizienzgewinne generativer Systeme auf ihren Rechnungen wiederzufinden. Für die Big Four sei diese Weitergabe kaum umsetzbar, weil ihre pyramidale Kostenstruktur, mit breiter Junior-Basis, Mid-Level-Schicht und schmaler Partnerspitze, genau von jener bezahlten Zeit lebt, die KI ersetzt. Effizienz belohne in diesem Modell letztlich nicht die Kanzlei, sondern strafe sie ab.
An die Stelle der klassischen Pyramide werde ein kleineres, technisch stark ausgestattetes Beratungsformat treten. Kompakte Teams mit erfahrenen Partnern an der Spitze, gestützt auf einen belastbaren KI-Stack, könnten die gleiche Ergebnisqualität zu deutlich geringeren Kosten liefern. AI werde aus Lanes Sicht damit zum Gleichmacher zwischen Zwölf-Personen-Boutiquen und 30.000-Mitarbeiter-Konzernen.
Auch am Kapitalmarkt zeigen sich Risse: Führungspersonen bei Neuberger Bergman haben zuletzt Zurückhaltung gegenüber Investments in klassisch aufgestellte Berufsdienstleister signalisiert. Lane erwartet keinen abrupten Zusammenbruch der Big Four, sondern eine schleichende Erosion, insbesondere im Mid-Market-Segment. Wer keine Zeit mehr abrechnen könne, so seine Prognose, verliere schrittweise die Marktmacht, die genau auf dieser Abrechnungslogik ruhte.




