Der Agrarkonzern wechselt nach einer BaFin-Rüge den Prüfer. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Vorstandschef, die Sanierung stockt.
BayWa zieht Konsequenzen. Der Konzern beendet die Zusammenarbeit mit PwC, nachdem die Finanzaufsicht den Jahresabschluss 2023 unter die Lupe genommen hat. Damals hatte die Prüfungsgesellschaft grünes Licht gegeben, ohne auf bestandsgefährdende Risiken hinzuweisen. Das Gesetz schreibt einen solchen Vermerk aber vor. Die BaFin monierte, dass wichtige Angaben zu einem Milliardenkredit und einer halben Milliarde Euro schweren Anleihe fehlten. Auch die Abschlussprüferaufsicht hat sich eingeschaltet.
Die Münchner Staatsanwaltschaft prüft den Verdacht der Untreue gegen den früheren Vorstandschef Marcus Pöllinger. Aktionäre könnten auf Grundlage des Aufsichtsbescheids Schadenersatz fordern. Selbst die aktuelle Führung erwägt, gegen die bisherigen Prüfer vorzugehen. PwC zeichnet noch für das Geschäftsjahr 2025 verantwortlich, danach ist Schluss. Die Vorlage verzögert sich allerdings bis Ende 2026, weil die Ökostromtochter BayWa r.e. neu bewertet werden muss.
Die Sanierung hängt in der Luft. Von den geplanten vier Milliarden Euro sind erst 1,3 Milliarden eingesammelt. Der Verkauf der Energiesparte platzte, weil amerikanische Fördermittel wegfielen. BayWa strich die Prognose und kündigte 1.300 Stellenstreichungen an. Ob der Umbau gelingt, liegt nun bei den Banken, die einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung zustimmen müssen.




