Der Walldorfer Softwareriese steigt bei zwei deutschen KI-Firmen ein. Die Produkte sollen helfen, Geschäftsprozesse zu automatisieren und Kundenanfragen per Algorithmus zu beantworten.
SAP öffnet erneut die Schatulle. Der Softwarekonzern kauft sich bei zwei Berliner Technologiefirmen ein: dem Automatisierungsdienst n8n und dem Kundenservice-Anbieter Parloa. Genaue Summen nennt keiner der Beteiligten, doch Medienberichte sprechen von rund 60 Millionen Dollar für n8n und einem zweistelligen Millionenbetrag für Parloa.
Für n8n bedeutet der Deal einen gewaltigen Sprung. Das Unternehmen wird nun mit 5,2 Milliarden Dollar taxiert, das Doppelte von vor einem Jahr. Unter den deutschen KI-Firmen rangiert nur noch der Münchner Drohnenbauer Helsing höher. Laut Handelsregister hält SAP künftig knapp 1,3 Prozent an n8n.
Beide Investments sind mehr als Finanzwetten. Die Produkte sollen direkt in SAPs Ökosystem einziehen. n8n baut Werkzeuge, mit denen Nutzer Arbeitsabläufe per Mausklick zusammenstecken können, ohne Programmiercode zu schreiben. Diese Software landet demnächst in SAPs eigener Entwicklungsumgebung. Parloa entwickelt digitale Assistenten, die Anfragen per Telefon, Chat oder E-Mail beantworten. Die Bots sollen auf Daten aus SAPs Serviceplattform zugreifen und im konzerneigenen App-Katalog auftauchen.
Auf der Hausmesse Sapphire hat SAP kürzlich seine Zukunftsvision skizziert: Firmen, in denen Algorithmen Routinejobs erledigen und Menschen nur noch bei Ausnahmen eingreifen. n8n liefert dafür die Schaltzentrale für automatisierte Prozesse, Parloa die Schnittstelle zum Endkunden.




