Weil zu wenige Beschäftigte freiwillig gehen, bessern KPMG und Deloitte in Großbritannien ihre Abfindungspakete auf, um Personal gezielt abzubauen.
Beide Häuser reagieren auf ein ungewohntes Problem: In einem angespannteren Arbeitsmarkt verlassen weniger Mitarbeiter das Unternehmen aus eigenem Antrieb. Um die Belegschaft dennoch zu verkleinern, verbessern die Gesellschaften die Konditionen für einen freiwilligen Ausstieg. Der Schritt reiht sich in eine Serie von Kürzungen ein: KPMG, Deloitte und PwC haben 2026 zusammen rund 600 Stellen im mittleren Prüfungsbereich gestrichen.
KPMG hatte angekündigt, über 500 Positionen in Prüfung und Beratung abzubauen, darunter etwa 440 Assistant-Manager-Stellen. Betroffene erhalten mindestens acht Wochen Grundgehalt inklusive des gesetzlichen Anspruchs. Zudem strich die Gesellschaft die sonst übliche Bedingung von zwei Jahren Betriebszugehörigkeit und legte das volle Wochengehalt zugrunde statt des gedeckelten Betrags. Nicht alle waren zufrieden: Länger Beschäftigte empfanden die Bedingungen als zu wenig auf ihre Betriebstreue zugeschnitten, weil jüngere Kollegen vergleichbare Pakete erhielten. Nachgebessert hatte KPMG erst nach Rücksprache mit den Betroffenen.
Deloitte legte ein freiwilliges Programm auf, das knapp 200 Stellen in der Prüfung betrifft, weniger als drei Prozent der Prüfungs- und Assurance-Sparte. Wer sich zum Gehen entschied, bekam Berichten zufolge bis zu acht Monatsgehälter. Die Bewerbungsfrist endete Anfang des Monats, die Austritte werden bis Ende Juli erwartet. Nach britischem Arbeitsrecht gelten freiwillige Abgänge ohnehin als Kündigungen, sodass die gesetzlichen Regeln greifen, auch wenn Arbeitgeber die Pakete häufig aufstocken.




