BlackRock limitiert Abhebungen aus dem 13 Milliarden US-Dollar schweren HPS Corporate Lending Fund bereits im zweiten Quartal in Folge und spiegelt damit einen branchenweiten Druck im rund zwei Billionen US-Dollar großen Private-Credit-Markt wider.
Investoren beantragten im zweiten Quartal Rücknahmen in Höhe von rund 1,6 Milliarden US-Dollar aus dem HPS Corporate Lending Fund (HLEND), nachdem es im ersten Quartal 1,2 Milliarden US-Dollar waren. Bedient wurden Anfragen in Höhe von 5 Prozent des Nettovermögens, rund 620 Millionen US-Dollar, womit ein Großteil der Anfragen unbefriedigt blieb. Der 5-Prozent-Deckel ist ein Standardmerkmal semiliquider Fondsstrukturen und ermöglicht Managern, die Tore zu schließen, wenn die Abflüsse sprunghaft steigen. Der Druck ist branchenweiter Natur: Auch Blackstone, Cliffwater und Monroe Capital meldeten im zweiten Quartal steigende Anfragen und limitierten Auszahlungen ebenfalls auf 5 Prozent.
Als Auslöser gilt die Zinssenkungspolitik der Fed, die die Renditen dämpfte, ergänzt durch Rückschläge bei Betrugsfällen in den Portfoliounternehmen First Brands Group und Tricolor sowie KI-bedingte Bedenken rund um die zahlreichen Unternehmenssoftware-Kreditnehmer in Private-Credit-Portfolios. Dennoch bleibt HLEND ein profitables Produkt: Der Fonds erwirtschaftete 2025 Gebührenerlöse von 287 Millionen US-Dollar und lieferte eine Rendite nach Gebühren von 8,2 Prozent. BlackRock-CEO Larry Fink betonte, dass die Nachfrage größerer, anspruchsvollerer Investoren trotz der Turbulenzen beschleunige. Das Haus hält an seinem Ziel von 400 Milliarden US-Dollar Private-Markets-Fundraising bis 2030 fest.




