Das Bundesfinanzministerium hat offiziell den Verkaufsprozess für den Energiekonzern Uniper eingeleitet. Interessenten können sich bis zum 12. Juni registrieren lassen.
Mit einer Anzeige in der Financial Times hat das Bundesfinanzministerium den formalen Startschuss für die Reprivatisierung von Uniper gegeben. Investoren können ihr Interesse bis zum 12. Juni anmelden. Der Bund hält aktuell rund 99 Prozent an dem Düsseldorfer Energiekonzern, den er 2022 während der russischen Gaskrise mit Milliardenhilfen gerettet hatte. Die EU-Kommission hatte die Beihilfen unter der Auflage genehmigt, dass Deutschland seine Beteiligung bis Ende 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduziert. Uniper-Chef Michael Lewis begrüßte die Ankündigung: Der Konzern sei stabiler, resilienter und strategisch klarer aufgestellt als je zuvor.
Das Ministerium lässt die Form der Veräußerung bewusst offen: Ein Börsengang bleibe eine gleichberechtigte Option neben einem direkten Investorenverkauf. Der Bund will eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie dauerhaft behalten und stellt die Versorgungssicherheit als zentrale Bedingung des Verkaufsprozesses heraus. Gewerkschaft Verdi und Konzernbetriebsrat lehnen einen außerbörslichen Direktverkauf ab und fordern einen Börsengang. Uniper ist als Deutschlands größter Gashändler und größter Betreiber von Gasspeichern ein systemrelevanter Energieversorger mit knapp 7.200 Beschäftigten. Parallel muss der Bund auch die frühere Gazprom-Tochter Sefe bis Ende 2028 weitgehend privatisieren.




