Sechs Jahre Investmentbanking und Private Equity endeten für Alice Kim in tiefer Erschöpfung. Doch erst nach der Kündigung erkannte die heute freiberufliche Finanzexpertin: Nicht der Job war das Problem, sondern ihre eigene Denkweise.
Schon während ihrer Karriere in der Finanzbranche zeigte sich der Burnout als ständige Beklemmung. Bis zu 80 Wochenstunden, kaum Schlaf und hoher Druck prägten den Alltag. Als Perfektionistin setzte sich Kim selbst zusätzlich unter Strom, trieb sich trotz Erschöpfung zu Höchstleistungen. Die Arbeit machte ihr zwar Spaß, besonders das Erstellen von Excel-Modellen, doch die Belastung wurde übermächtig. Selbst einfache Aufgaben konnte sie irgendwann nicht mehr bewältigen.
Eine kurzfristig geplante Reise brachte die Wende: Beim Surfen entdeckte Kim eine neue Leidenschaft und beschloss, ihren Job zu kündigen. Sie plante vier Monate Auszeit, doch schon nach Reisebeginn war klar: Das reicht nicht. Rund sechs Monate später nahm sie einen freiberuflichen Auftrag an und fühlte sich sofort wieder ausgebrannt. Erst dann wurde ihr bewusst, dass sie ihren Perfektionismus einfach auf das Surfen übertragen hatte, und auch dort fast im Burnout landete.
Kim musste lernen, dass ihre destruktiven Verhaltensmuster der wahre Auslöser waren. Solange sie ihren Selbstwert an Leistung koppelte, folgte ihr die Erschöpfung überallhin. Heute arbeitet sie freiberuflich im Bereich strategische Finanzplanung und baut eine Portfolio-Karriere auf, die Freiheit und berufliche Erfahrung verbindet. Ihre Erkenntnis: Wer den Burnout überwinden will, muss nicht nur den Job wechseln, sondern die eigene Einstellung zur Arbeit grundlegend hinterfragen.




