CFO verplappert sich im Interview: Sammelklage und Aktieneinbruch

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May 28, 2026
28.05.2026
2 Minuten Lesezeit

Ein einziges öffentliches Interview eines CFO reichte aus, um ein Unternehmen in eine juristische Krise zu stürzen: Der Fall POET Technologies zeigt, welche Risiken unvorsichtige Kommunikation im Finanzbereich birgt.

Interview bricht Vertraulichkeit, Kurs bricht ein

Was bei POET Technologies passierte, ist ein Lehrstück über die Kommunikationsrisiken für Finanzvorstände: CFO Thomas Mika offenbarte in einem öffentlichen Interview eine Geschäftsbeziehung mit Marvell Technology und brach damit offenbar eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Marvell stornierte daraufhin sämtliche Bestellungen. Der Aktienkurs des Photonik-Unternehmens fiel innerhalb weniger Stunden von rund 15 Dollar auf unter acht Dollar, ein Tagesverlust von über 47 Prozent. Kurz darauf kündigten mehrere US-Anwaltskanzleien Sammelklagen an.

Doppelte Klage: Vertraulichkeit und Steuerstatus

Die Klagen werfen dem Unternehmen zwei Verstöße vor: Zum einen soll der CFO trotz gegenteiliger Zusicherungen gegen die Geheimhaltungspflicht verstoßen haben. Zum anderen soll POET den steuerlichen Status der Gesellschaft gegenüber US-Anlegern falsch dargestellt haben, konkret die Einordnung als sogenannte Passive Foreign Investment Company mit erheblichen Steuerfolgen für Investoren. Die Frist zur Anmeldung als Hauptkläger läuft Ende Juni ab.

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