Die Wirtschaftsprüfer haben ihren Mietvertrag im Europaviertel vorzeitig verlängert. Der Standort bleibt damit bis weit ins kommende Jahrzehnt hinein Heimat des Konzerns in der Mainmetropole.
Wer in der Immobilienbranche arbeitet, kennt das Spiel: Verhandlungen über Mietverträge starten meist erst, wenn das Ende in Sichtweite kommt. Im Fall des Bürohauses an der Europaallee 91 lief es anders. Obwohl die ursprüngliche Vereinbarung noch reichlich Zeit hatte, einigten sich Deloitte und die Hamburger HIH Invest Real Estate auf eine Fortschreibung. Erst nach 2036 endet die neue Periode. Die Botschaft an den Markt fällt deutlich aus. Wer auf hochwertige Flächen in zentralen Lagen setzt, muss sich um Nachfrage offenbar weniger Sorgen machen, als die allgemeine Stimmung in der Branche vermuten lässt.
Das fragliche Objekt trägt einen Spitznamen, der seiner Optik geschuldet ist. Wegen der markanten hell-dunklen Fassadenstruktur firmiert die Immobilie unter dem Namen Zebra. Im siebenstöckigen Bau verteilen sich rund 16.700 Quadratmeter Bürofläche, sämtlich genutzt vom amerikanisch geprägten Beratungshaus. Die Wege ins Zentrum sind kurz, Bahnverbindungen liegen direkt vor der Tür. Auch in Sachen Nachhaltigkeit kann das Gebäude punkten: Ein Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen in der Stufe Gold bescheinigt der Immobilie zeitgemäße ökologische Eigenschaften. Den Bau übernahm die HIH ihrerseits als Forward Purchase im Jahr 2019, also bevor überhaupt mit der Errichtung begonnen wurde. Die Kaufsumme wurde nie öffentlich gemacht.
Aus Sicht Deloittes sprechen praktische Gründe für den Verbleib. Die Architektur lasse sich gut mit dem aktuellen Verständnis von Bürowelten in Einklang bringen. Gemeint sind damit Konzepte, bei denen feste Schreibtische zugunsten von gemeinsamen Arbeitszonen, Rückzugsräumen und projektbezogenen Bereichen zurücktreten.
Auf Seiten der Vermieter äußerte sich Ken Kuhnke, der für die Betreuung umsatzstarker Mieter verantwortlich zeichnet. Er hob die Kontinuität der Beziehung hervor und sprach von einer gewachsenen Zusammenarbeit, die nun um ein weiteres Kapitel ergänzt wird.




