Deloitte: KI-Potenzial liegt brach

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February 8, 2026
08.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Eine neue Studie zeigt: Unternehmen erhoffen sich viel von Künstlicher Intelligenz, scheuen aber den notwendigen Umbau ihrer Geschäftsmodelle.

Zugang wächst, Nutzung hinkt hinterher

Die Technologie ist da, die Anwendung stockt. Laut dem aktuellen Deloitte-Report „The State of AI in the Enterprise" hat sich der Zugang zu KI-Werkzeugen für Beschäftigte innerhalb eines Jahres um 50 Prozent erhöht. Dennoch nutzen vier von zehn Mitarbeitenden die verfügbaren Systeme im Arbeitsalltag überhaupt nicht. Bernhard Göbl, Partner bei Deloitte Österreich im Bereich Technology & Transformation, sieht darin erhebliches brachliegendes Innovationspotenzial. Die Studie basiert auf Antworten von über 3.000 Führungskräften weltweit.

Umsatzwachstum bleibt Zukunftsmusik

Die Erwartungen sind hoch. 74 Prozent der befragten Unternehmen erhoffen sich durch KI-Einsatz künftige Umsatzsteigerungen. Tatsächlich erreicht haben dieses Ziel bislang nur 20 Prozent. Effizienz- und Produktivitätsgewinne lassen sich bereits heute realisieren, strategische Vorteile und nachhaltiges Wachstum erfordern jedoch tiefgreifendere Veränderungen.

Nur ein Drittel transformiert wirklich

Die Herangehensweisen an KI unterscheiden sich erheblich. Lediglich 34 Prozent der Unternehmen nehmen die Technologie zum Anlass, ihre Geschäftsmodelle grundlegend umzubauen. Weitere 30 Prozent gestalten wichtige Prozesse neu, behalten aber die bestehende Geschäftslogik bei. Die verbleibenden 37 Prozent setzen KI nur oberflächlich ein und verändern kaum etwas an etablierten Abläufen. Göbl warnt vor den Konsequenzen dieser Zurückhaltung: Wer KI nicht tiefgreifend integriere, riskiere, von agileren Wettbewerbern überholt zu werden.

Sicherheitsbedenken bremsen Fortschritt

Datenschutz und Cybersicherheit bereiten 73 Prozent der Befragten Sorgen. Auch Fragen zu geistigem Eigentum und regulatorischen Anforderungen beschäftigen die Hälfte der Unternehmen. Diese Unsicherheiten bremsen die Integration. Christa Janhsen, Partnerin bei Deloitte Österreich, betont die Bedeutung einer durchdachten Governance. Nur wer KI sicher und regelkonform einsetze, schaffe Vertrauen bei Mitarbeitenden, Kunden und weiteren Stakeholdern. Die strategische Auseinandersetzung mit diesen Rahmenbedingungen sei Voraussetzung für erfolgreiche Skalierung.