Nordamerikas Beteiligungsmarkt stabilisiert sich

blog main image
February 6, 2026
06.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Nach einem Rekordjahr 2025 wächst in Nordamerika die Zuversicht der Finanzinvestoren. Börsenrückzüge, Ausgliederungen und ein starker Zweitmarkt könnten 2026 für stabile Dealaktivität und planbarere Rückflüsse sorgen.

Rekordvolumen wird von Großtransaktionen getragen

Von Finanzinvestoren getriebene Übernahmen und Fusionen erreichten 2025 in Nordamerika ein Rekordvolumen von 520 Milliarden US Dollar und lagen damit 73 Prozent über dem Vorjahr. Ein wesentlicher Teil entfiel auf sehr große Transaktionen, die Finanzierungskraft und Strukturierungsfähigkeit auf die Probe stellten. James Schiro von Moelis sagt: „Das ist kein Schalter, der sich von 2025 auf 2026 plötzlich umlegt, aber wir sehen bei Finanzinvestoren ein stetig wachsendes Komfortniveau.“ Auch auf der Exit Seite zog das Volumen deutlich an und erreichte 387 Milliarden US Dollar, den zweithöchsten Wert nach 2021. Brookfield Manager David Nowak beschreibt den Widerspruch zwischen geopolitischer Unsicherheit und Aktivität so: „Wir sehen weltweit ein beispielloses Maß an Sorgen, das normalerweise die Märkte erschüttert, und dennoch trägt ein Gefühl von Optimismus den Markt weiter.“

Börsenrückzüge und Ausgliederungen bleiben zentrale Werkzeuge

Der Rückzug von der Börse gewann 2025 deutlich an Bedeutung und erreichte 281 Milliarden US Dollar, der höchste Stand seit der Zeit vor 2007. Parallel nutzten Konzerne vermehrt Ausgliederungen nicht zum Kerngeschäft gehörender Einheiten, um Portfolios zu bereinigen und Kapital freizusetzen. Unternehmensveräußerungen stiegen demnach um 52 Prozent auf 510,5 Milliarden US Dollar. Im Hintergrund wirken Standortverlagerungen, Kostendruck und der Zwang, überzeugende Investitionspfade rund um Künstliche Intelligenz aufzuzeigen. Greg Klein von Simpson Thacher fasst die Logik so zusammen: „Unternehmen rationalisieren ihre Portfolios, um operative Komplexität zu reduzieren und den Fokus zu schärfen. Durch den Verkauf nicht strategischer Vermögenswerte schaffen sie Kapital, um interne Projekte rund um Künstliche Intelligenz zu finanzieren.“

Der Zweitmarkt wird zum Liquiditätsventil

Neben klassischen Verkäufen gewinnt der Zweitmarkt weiter an Bedeutung, weil er Liquidität auch dann ermöglicht, wenn strategische Käufer oder Börsenfenster nur selektiv offen sind. Für 2025 wird ein Zweitmarktvolumen von rund 226 Milliarden US Dollar genannt, davon entfielen 106 Milliarden US Dollar auf von Fondsmanagern initiierte Transaktionen, ein Plus von 51 Prozent. Große Kapitalaufnahmen im Zweitmarkt stärken die Schlagkraft, während Fortführungsvehikel bei reifen Vermögenswerten zusätzliche Optionen schaffen. Gerald Cooper von Campbell Lutyens sagt: „Der Markt versteht inzwischen, dass es die Kapazität für Transaktionen von mehr als 2 Milliarden US Dollar gibt, und die Bereitschaft, Deals dieser Größenordnung anzugehen, ist spürbar gestiegen.“ Für Kapitalgeber bleibt der Punkt zentral, ob der Zweitmarkt Rückflüsse beschleunigt, ohne Renditeerwartungen strukturell zu verwässern.