Ein neues Whitepaper zeigt: Familienunternehmen erkennen das Potenzial generativer KI, doch bei Governance und Fachkräften hapert es.
Der Mittelstand steht unter Zugzwang. Laut einer Deloitte-Studie erwartet zwei Drittel der Familienunternehmen, dass generative KI ihre Branche in den nächsten drei Jahren umwälzt. Bislang hat die Technologie allerdings erst aus Sicht von fünf Prozent eine echte Transformation ausgelöst. Die organisatorischen Voraussetzungen für den Wandel fehlen vielerorts. Rund drei Viertel der Befragten stufen sich bei Risikomanagement und Kompetenzaufbau als nicht ausreichend vorbereitet ein. Bei Strategie und Technik sieht es etwas besser aus, doch auch dort fühlt sich nur etwa die Hälfte gerüstet.
Deloitte empfiehlt, zunächst klare Strukturen zu schaffen. Ein zentrales Gremium soll Ideen bewerten, regulatorische Entwicklungen beobachten und Ressourcen steuern. Die Führung müsse das Thema sichtbar übernehmen, um Vertrauen in der Belegschaft aufzubauen. Christine Wolter, bei Deloitte für Familienunternehmen zuständig, betont: „Um KI sinnvoll einzusetzen, müssen sie zentrale Hürden wie Compliance-Vorgaben, Risikomanagement, Governance-Fragen und Datenqualität von Anfang an klar adressieren."
Das Whitepaper rät zu pragmatischen Einstiegen. Einfache Aufgaben wie Rechnungsprüfung oder die Digitalisierung von Papierdokumenten eignen sich für erste Schritte. Wichtig sei, nicht nur auf Kostensenkung zu schielen, sondern auch Produkt- und Serviceinnovationen im Blick zu behalten. Ohne geschulte Mitarbeiter funktioniere allerdings nichts: Nur wer KI-Ergebnisse prüfen und einordnen könne, schaffe Vertrauen in die neuen Werkzeuge.




