Deloitte-Studie: Mittelstand im Sparmodus

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July 21, 2026
23.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Schwache Binnennachfrage und hohe Kosten zwingen mittelständische Unternehmen in die Defensive. Laut einer Deloitte-Befragung steht für fast drei Viertel der Finanzchefs die Kostensenkung an erster Stelle.

Stabilisieren statt wachsen

Deloitte hat für die Untersuchung zwischen Mitte April und Anfang Mai 120 Finanzvorstände aus dem deutschen Mittelstand befragt. Das Ergebnis zeichnet ein trübes Bild: Knapp die Hälfte schätzt die eigene Lage schlechter ein als noch im Quartal zuvor. Als Belastung wirken vor allem drei Dinge, nämlich eine kraftlose Nachfrage im Inland, die weltpolitischen Risiken und die gestiegenen Preise für Rohstoffe und Energie. Die Antwort der Betriebe fällt entsprechend vorsichtig aus. Gut sieben von zehn wollen im kommenden Jahr in erster Linie die Ausgaben drücken, viele hoffen daneben auf Wachstum aus eigener Kraft und einen kräftigeren Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft. Christine Wolter, die bei Deloitte das Mittelstandsprogramm leitet, sieht kaum Raum für offensive Manöver, gefragt sei zunächst die Sicherung des Bestehenden.

Der Rotstift trifft die Belegschaft

Am angespanntesten bleibt die Personalfrage. Unter dem Strich überwiegen klar jene Häuser, die Stellen streichen wollen, der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Stimmen liegt bei minus 17 Prozent. Ähnlich, wenn auch schwächer, sieht es bei Gewinnspannen und Investitionen aus, wo die Skepsis leicht dominiert. Lediglich der Umsatz wird mehrheitlich zuversichtlich beurteilt, hier steht der Saldo bei plus 25 Prozent. Wolters Rat an die Unternehmen zielt auf mehr Robustheit: Wer seine Abhängigkeiten bei Zulieferern, Geldgebern, Energie und Technik verringere, stehe im nächsten Abschwung besser da.

KI bleibt im Insellauf stecken

Bei aller Hoffnung, die der Mittelstand in Künstliche Intelligenz setzt, hakt es an der breiten Umsetzung. Einzelne Werkzeuge sind im Finanzwesen längst im Einsatz, doch über die Abteilungsgrenzen hinweg arbeitet damit erst gut ein Drittel der Befragten, und nicht einmal die Hälfte will die vorhandenen Anwendungen im Finanzbereich überhaupt ausweiten. Dabei läge gerade hier der Hebel. Wer die Technik ernsthaft in messbaren Nutzen übersetze, so Wolter, verschaffe sich in den nächsten Jahren einen spürbaren Vorsprung im Wettbewerb.

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