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February 16, 2026
16.02.2026
3 Minuten Lesezeit

Die Deutsche Börse Group übernimmt die verbleibenden 20 Prozent an ISS STOXX von General Atlantic und macht das Daten und Indexgeschäft vollständig gruppenintern. Bewertet wird der Exit über einen peer-basierten Multiplikator, finanziert aus Cash und Fremdkapital.

Exit ohne IPO, Preis über EBITDA Multiple

Die Transaktion folgt einem seit längerem kommunizierten Dual Approach, der General Atlantic einen Exit bis 2026 ermöglichen sollte. Da eine Monetarisierung über einen Börsengang nicht möglich ist, verkauft General Atlantic seine Minderheitsbeteiligung direkt an die Deutsche Börse Group. Die Bewertung ist vorab fixiert und orientiert sich an einem peer-basierten Multiplikator Ansatz.

Der Kaufpreis entspricht dem 20-fachen des bereinigten EBITDA von ISS STOXX und impliziert einen Gesamtkaufpreis von 1,1 Milliarden Euro, zahlbar in zwei Tranchen. 731 Millionen Euro werden im Februar 2026 fällig, die verbleibende Tranche im März 2026; finanziert wird aus verfügbaren Barmitteln und Fremdkapital. Die Deutsche Börse erwartet einen niedrigen einstelligen positiven Effekt auf das Cash EPS im ersten Jahr des vollen Eigentums und geht davon aus, das langfristige AA-Rating auf Gruppenebene beizubehalten.

Operative Agilität und Integration in Investment Management Solutions

Mit dem vollständigen Eigentum will die Deutsche Börse die operative Agilität erhöhen und die Anbindung innerhalb der Gruppe stärken, insbesondere als Teil von Investment Management Solutions. Der Schritt ist zugleich ein Governance Statement: Wie bereits mitgeteilt, unterliegt das Research und Beratungsangebot von ISS weiterhin etablierten Richtlinien, die auf dem Prinzip der Nichteinmischung beruhen. Damit adressiert der Konzern explizit potenzielle Interessenkonflikte zwischen Infrastrukturbetreiber und Research Anbieter.

Christian Kromann, Mitglied des Vorstands der Deutsche Börse Group, sagt: „Dieser Schritt bestätigt erneut unser strategisches Ziel, die Investmentmanagement-Branche mit führenden Daten, Analysen und Indexlösungen zu stärken.“ Für Buy Side Kunden sind genau diese Bausteine inzwischen Kerninfrastruktur, weil Indexierung, Governance, Nachhaltigkeit und Risikosteuerung datenintensiver werden und sich stärker standardisieren.

ISS STOXX als Buy Side Intelligence Plattform

Die Deutsche Börse verweist auf die Entwicklung der Plattform seit 2019, die mit der Übernahme von Axioma als Analyse und Risikolösungsanbieter begann. 2023 folgte die Zusammenführung der Stewardship und ESG-Lösungen von ISS mit dem Indexgeschäft von STOXX, wodurch ISS STOXX als integrierter Anbieter positioniert wurde. Gary Retelny, Präsident und CEO von ISS STOXX, betont die Kontinuität: „Wir werden unseren Kunden weiterhin objektive, hochwertige Daten, Insights und Lösungen für Governance, Nachhaltigkeit, Marktinformationen und Indexierung bereitstellen.“

Aus Sicht des bisherigen Minderheitsinvestors wird der Exit ebenfalls als strategische Bestätigung gerahmt. Gabriel Caillaux, Co-Präsident, Global Head of Climate und Head of EMEA bei General Atlantic, beschreibt ISS STOXX als „voll integrierten Anbieter von Buy-Side-Intelligence“ mit erweitertem Index und Analyseplattform. Der Vollzug des Ausstiegs wird von der Deutschen Börse für Ende März 2026 erwartet.

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