Der Transaktionswert im Beteiligungskapital Markt Südostasiens ist 2025 deutlich gefallen, während sich bei Veräußerungen und Kapitalaufnahmen wieder Dynamik zeigt. Digitale Infrastruktur dominiert die Mittelverwendung, und Singapur bleibt der zentrale Kapitalanker.
In Südostasien wurden 2025 laut EY insgesamt 9,1 Milliarden US Dollar in 59 beteiligungsfinanzierten Transaktionen investiert, nach 16 Milliarden US Dollar in 67 Transaktionen im Vorjahr. Der Rückgang um 43 Prozent beim Transaktionswert bei zugleich nur moderateren Einbußen in der Anzahl deutet auf ein Umfeld hin, in dem deutlich weniger Großtransaktionen über 1 Milliarde US Dollar zustande kommen. Entsprechend sank die durchschnittliche Transaktionsgröße bei offengelegten Deals auf 267 Millionen US Dollar, nach 356 Millionen US Dollar im Vorjahr.
Die Sektorverteilung zeigt, wohin sich die Budgets der Finanzinvestoren verschieben: Infrastruktur, insbesondere digitale Infrastruktur, stand für 42 Prozent der Investitionen, gefolgt von Telekommunikation (12 Prozent), Immobilien (10 Prozent) und Energie (10 Prozent). Damit wird die Region stärker über Ausbau Themen wie Rechenzentren, Konnektivität und Energieversorgung gelesen und weniger über breit gestreute Konsum- und Industriewetten.
Auf der Veräußerungsseite meldet EY 33 beteiligungsfinanzierte Exits mit 4,4 Milliarden US Dollar an realisierten Erlösen und einem Plus von 18 Prozent bei der Transaktionszahl. Fondsmanager halten Beteiligungen länger und priorisieren operative Wertsteigerung sowie Veräußerungsreife, um in einem selektiven Käufermarkt dennoch verkaufsfähig zu bleiben. Der Befund passt zu einer Wertschöpfungslogik, in der Kontrolle, Operationalisierung und Unternehmensführung vor einer bloßen Ausweitung von Bewertungsmultiplikatoren stehen.
Bei der Kapitalaufnahme zog das Momentum 2025 spürbar an: Zehn Fondsabschlüsse brachten kumuliert 4,6 Milliarden US Dollar ein, ein Plus von 97 Prozent gegenüber dem Vorjahr. EY verortet Südostasien damit als strategisch relevante Allokation im Asien Pazifik Raum und beziffert den Anteil an der regionalen Beteiligungskapital Kapitalaufnahme mit 14 Prozent.
Für 2026 sieht EY zusätzlichen Rückenwind aus dem Finanzierungsmix: Alternative Kreditfinanzierung dürfte wachsen, weil mittelständische Unternehmen und Finanzinvestoren bei engeren Bankkreditbedingungen nach flexiblen Strukturen suchen. Das schafft Raum für private Kreditstrategien, die neben klassischen Akquisitionskrediten auch Unitranche Strukturen und maßgeschneiderte Finanzierungslösungen abdecken.
Als Nachfragefelder nennt EY unter anderem digitale Infrastruktur, kapitalintensive Geschäftsmodelle wie Gesundheitswesen und Bildung, Fintech sowie erneuerbare Energien. Für Beteiligungskapital Häuser ist das relevant, weil Finanzierungskosten und Kreditklauseln zunehmend die Wertsteigerungsroute bestimmen und damit Exit Timing und Eigenkapitalargumentation direkt beeinflussen.




