Deutscher PE-Markt: Rekord-Exits bei knappem Kapital

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August 20, 2026
21.08.2026
2 Minuten Lesezeit

Der deutsche Private-Equity-Markt hat im zweiten Quartal 2026 einen Exit-Rekord erzielt, getragen von wenigen Großdeals. Gleichzeitig ist das Fundraising deutscher PE-Fonds nahezu zum Erliegen gekommen.

38,2 Milliarden Euro, getragen von einer einzigen Transaktion

Der deutsche Private-Equity-Markt hat im zweiten Quartal 2026 einen Exit-Wert von 38,2 Milliarden Euro erreicht, das stärkste Quartal der vergangenen fünf Jahre. Hinter dem Rekord steht jedoch im Wesentlichen eine einzige Transaktion: Die Übernahme von TK Elevator durch den finnischen Konzern Kone für 29,4 Milliarden Euro macht allein rund drei Viertel des Quartalswerts aus. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei den Deals: Der PE-Transaktionswert kletterte auf 20 Milliarden Euro, doch zwei Käufe, Bain Capitals Übernahme von Everllence und Tritons Kauf von Flender, stehen für gut die Hälfte davon. Im Venture Capital sank der Investitionswert zwar um 45 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, das Geschäft wird laut Pitchbook-Analyst Nalin Patel aber zunehmend von Verteidigung und Künstlicher Intelligenz getragen. Allein in KI-Unternehmen flossen im ersten Halbjahr bereits 3,8 Milliarden Euro, mehr als im gesamten Jahr 2025.

Fundraising deutscher PE-Fonds bricht ein

Auf der Kapitalseite zeigt sich ein gegenteiliges Bild: Das Fundraising deutscher PE-Fonds ist nahezu zum Erliegen gekommen. Im ersten Halbjahr 2026 sammelten lediglich zwei Fonds zusammen 600 Millionen Euro ein, 2025 waren es noch 2,9 Milliarden Euro über sieben Fonds. Auch im Venture Capital lässt das Fundraising nach, entsprechend schrumpft das noch nicht investierte Kapital von 9 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 6,9 Milliarden Euro im Jahr 2025. Auf der Geberseite dominieren im Venture Capital staatsnahe Institutionen wie der Europäische Investitionsfonds. Im PE-Segment ist das Bild internationaler: Aktivster Investor ist der Schweizer Sponsor Ufenau Capital Partners vor dem schwedischen Haus EQT. Zugleich hängt der deutsche PE-Markt mit einem US-Kapitalanteil von 34 Prozent überdurchschnittlich stark an amerikanischen Investoren.

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