Florian Theyermann von FCF Fox Corporate Finance zeigt: Das europäische Defencetech-Ökosystem hat sich seit 2021 fundamental verändert. Erste Emerging Champions wie Helsing und Quantum Systems dominieren den Markt und treten bereits als Konsolidierer auf.
Das Venture-Capital-Volumen im europäischen Defencetech-Sektor erreichte 2025 rund 2,8 Mrd. Euro, was mehr als einer Verachtfachung gegenüber 2021 (344 Mio. Euro) entspricht. Die Anzahl der Deals stieg im gleichen Zeitraum von 52 auf 154. Treiber dieser Entwicklung sind die geopolitischen Spannungen seit Beginn des Ukraine-Russland-Kriegs 2022 sowie das wachsende sicherheitspolitische Bewusstsein in Europa, das technologische Souveränität, militärische Resilienz und digitale Sicherheit in den Investorenfokus gerückt hat. Während viele VC-Investoren Defence- und Dual-Use-Unternehmen bis vor wenigen Jahren vom Investmentfokus ausschlossen, haben sie ihre Vorgaben angepasst oder dedizierte Defence-Fonds aufgelegt.
Trotz steigender Dealzahlen konzentriert sich ein Großteil der Investitionen auf wenige führende Unternehmen: Helsing, Tekever, Quantum Systems, Iceye und Destinus haben Megafinanzierungsrunden abgeschlossen und vereinen nahezu 60 Prozent des seit 2021 investierten Venture Capitals auf sich. Diese Emerging Champions treten bereits als Konsolidierer auf: Quantum Systems übernahm Fernride, Spleenlab und AirRobot; Helsing akquirierte den Flugzeughersteller Grob. Deutschland führt die europäische Rangliste beim Investitionsvolumen mit rund 2,2 Mrd. Euro an Venture-Capital-Finanzierungen zwischen 2021 und 2025 an. Mittelfristig ist laut Theyermann auch mit Börsengängen VC-gebackter Defencetech-Scale-ups zu rechnen; erste IPO-Pläne wurden im Zusammenhang mit Quantum Systems bekannt.




