Der frühere Goldman-Sachs-Chef sieht in den privaten Kapitalmärkten wachsende strukturelle Risiken. Private Credit und aufgeblähte Bilanzen stehen im Mittelpunkt seiner Warnung.
Anlässlich der Veröffentlichung seiner Memoiren warnte Lloyd Blankfein, ehemaliger CEO von Goldman Sachs, in einem Interview mit Bloomberg Television vor zunehmenden Risiken in den privaten Märkten. Sein Kernargument: Nicht verkaufte Vermögenswerte häufen sich in Investorenbilanzen an, was darauf hindeute, dass die dort ausgewiesenen Bewertungen möglicherweise nicht der Realität entsprechen. Je länger eine Korrektur ausbleibe, desto größer das Schadenpotenzial, wenn sie schließlich einsetze. Eine Neubewertung lasse sich aufschieben, nicht dauerhaft vermeiden.
Besonders kritisch bewertet Blankfein das starke Wachstum im Private-Credit-Segment, das zuletzt auch Privatanleger als Investorenbasis erschlossen hat. Sollten diese Verluste erleiden, werde die Politik reagieren, was dem Segment eine gesellschaftliche Dimension verleihe, die institutionelle Investoren bei ihrer Risikoabwägung bislang kaum einkalkulieren. Zusätzliche Unsicherheit entstehe durch den technologischen Umbruch durch KI sowie durch eine Reihe jüngerer Betrugsfälle im Markt. Blankfein sprach aus der Erfahrung eines Krisenmanagers: Märkte ohne größere Korrekturen neigen dazu, Risiken systematisch zu unterschätzen.




