Die Beratungsgesellschaft will Karriere und Privatleben vereinbar machen. Hybride Modelle und eine offene Gesprächskultur bilden das Fundament.
Lange galt die Unternehmensberatung als Branche, die wenig Raum für Privates lässt. Reisen, lange Tage und Kundentermine dominierten das Berufsbild. EY ifb, die auf Finanzdienstleister spezialisierte Beratungstochter von EY, will dieses Bild korrigieren. Die Gesellschaft präsentiert sich als Arbeitgeber, bei dem Elternschaft und anspruchsvolle Projekte nebeneinander funktionieren können.
Das Konzept basiert auf einem Tauschgeschäft. Beschäftigte erhalten Freiräume für private Verpflichtungen. Im Gegenzug übernehmen sie Verantwortung für ihre Ergebnisse. Wer tagsüber einen Schultermin wahrnimmt, arbeitet abends weiter. Wer früher gehen muss, holt die Zeit an anderer Stelle nach. Diese Abmachung funktioniert nur, wenn beide Seiten einander vertrauen und offen miteinander sprechen. Hybride Modelle sind bei EY ifb kein Zusatzangebot, sondern integraler Bestandteil der Arbeitsorganisation. Mitarbeitende entscheiden je nach Projektphase und persönlicher Situation, ob sie von zu Hause arbeiten, ins Büro kommen oder beim Kunden vor Ort sind. Für Eltern kleiner Kinder oder Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen schafft diese Wahlfreiheit erst die Voraussetzung für eine Vollzeittätigkeit.
Individuelle Flexibilität allein reicht nicht aus. Wenn kurzfristig ein Kind krank wird oder ein Termin platzt, braucht es Kollegen, die einspringen. EY ifb fördert eine Kultur, in der gegenseitige Unterstützung selbstverständlich sein soll. Teams organisieren sich so, dass Ausfälle aufgefangen werden können. Das entlastet Einzelne und verhindert, dass familiäre Verpflichtungen zum Karrierehindernis werden. Manchmal reicht Standardflexibilität nicht aus. Wenn die übliche Reisetätigkeit mit einer Lebenssituation kollidiert, sucht die Gesellschaft nach Alternativen. Projekte mit geringerem Reiseaufwand oder internationale Mandate, bei denen Zeitverschiebungen sogar von Vorteil sein können, bieten Auswege. Die Bereitschaft, individuelle Arrangements zu finden, soll verhindern, dass erfahrene Kräfte die Branche verlassen.
EY ifb betont, dass Beschäftigte familiäre Belange ansprechen können, ohne Karrierenachteile befürchten zu müssen. Diese Zusicherung soll den Druck reduzieren, den viele Berater empfinden. Ob das Versprechen in der Praxis hält, entscheidet sich im Alltag.




