Die Hackergruppe ShinyHunters hat sich zu dem im Juli bekannt gewordenen Datenabfluss bei EY bekannt und der Big-Four-Gesellschaft eine Frist bis zum 31. Juli 2026 gesetzt. Ohne Verhandlungen droht die Gruppe mit der Veröffentlichung sämtlicher entwendeter Mandantenunterlagen, darunter potenziell Steuerdaten.
Betroffen ist nicht die interne EY-Infrastruktur, sondern eine externe Plattform, deren Namen die Angreifer nicht offenlegen. Der Zugriff erfolgte laut EY-Untersuchung zwischen dem 28. März und dem 12. April 2026, in diesem Zeitraum wurden Dokumente mehrerer Mandanten heruntergeladen. Da die Plattform auch Support-Tickets mit Anhängen enthielt, sind neben Adress- und Kontaktdaten möglicherweise auch steuerliche und finanzielle Details betroffen. EY hatte den Fall Mitte Juli über eine Meldung an das kalifornische Justizministerium öffentlich gemacht.
Die primär englischsprachige Erpressergruppe hat in den letzten Monaten eine Reihe prominenter Opfer produziert, darunter Sysco, Ralph Lauren, Cisco Systems, Rockstar Games sowie die Europäische Kommission und den niederländischen Telekomanbieter Odido. ShinyHunters ist zudem Teil des Bündnisses Scattered LAPSUS$ Hunters, das den Angriff auf über 700 Salesforce-Kunden verantwortete, unter ihnen Cloudflare, Google, die Allianz Life sowie Air France und KLM.
Das eigentliche Risiko für WP-Mandanten liegt in gezielten Phishing-Kampagnen: Eine Kombination aus persönlicher Ansprache und echten Steuerdaten erhöht die Erfolgsquote solcher Angriffe deutlich, mit direkten Folgen für Überweisungen, Zugangsdaten oder die Einschleusung von Schadsoftware.




