EY prognostiziert bis zu zehn deutsche Börsengänge für 2026

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January 5, 2026
05.01.2026
3 Minuten Lesezeit

Während der globale IPO-Markt 2025 kräftig zulegte, brach das deutsche Emissionsvolumen um 43 Prozent ein, doch für das kommende Jahr sieht EY erhebliches Potenzial mit Kandidaten wie TK Elevator und KNDS.

Globaler Markt erholt sich

Die weltweite IPO-Aktivität hat sich 2025 positiv entwickelt. Zwar stieg die Zahl der Börsengänge nur leicht um 2 Prozent auf 1.259 Transaktionen, doch das Emissionsvolumen wuchs deutlich um 32 Prozent auf rund 163,3 Milliarden Dollar. Diese Zahlen stammen aus einer aktuellen Auswertung von EY. Besonders dynamisch zeigte sich der US-Markt mit 220 Transaktionen gegenüber 176 im Vorjahr. Die Erlöse kletterten von 33 auf 40,2 Milliarden Dollar. Bemerkenswert: Über 60 Prozent der US-Listings kamen aus dem Ausland. Von 150 grenzüberschreitenden Börsengängen fanden 133 in den Vereinigten Staaten statt, davon 116 aus Asien. Kein einziges deutsches Unternehmen wagte den Schritt an eine amerikanische Börse.

Europa und Deutschland schwächeln

Der europäische Markt entwickelte sich gegenläufig. Die Zahl der Börsengänge sank um 24 Prozent, das Emissionsvolumen um 11 Prozent. In Deutschland fiel der Rückgang noch drastischer aus: Das Volumen schrumpfte um 43 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, die Anzahl der IPOs ging um 13 Prozent zurück. Mehrere Private-Equity-Portfoliounternehmen wie der Generikahersteller Stada oder die Oldenburgische Landesbank hatten ursprünglich einen Börsengang geplant, entschieden sich letztlich aber für einen direkten Verkauf. Sieben Neuzugänge verzeichnete der deutsche Kapitalmarkt 2025. Sechs wählten die Deutsche Börse, drei davon den Prime Standard (TKMS AG und Co. KGaA, Ottobock SE und Co. KGaA sowie Aumovio SE), drei das Segment Scale (Innoscripta SE, Tin Inn Holding AG und Pfisterer SE). Die Hausvorteil AG entschied sich für das M access Segment der Börse München.

Spin-offs prägen das Bild

Die fünf größten europäischen IPOs nach Marktkapitalisierung waren 2025 der Schweizer Sicherheitsdienstleister Verisure, die Kleinanzeigengruppe Swiss Market Group, der Prothesenhersteller Ottobock sowie die Abspaltungen des U-Boot-Bauers TKMS von Thyssenkrupp und des Autozulieferers Aumovio von Continental. Die kombinierte Marktkapitalisierung der europäischen Börsengänge stieg im Jahresvergleich um 34 Prozent auf knapp 13,9 Milliarden Euro.

„A striking pattern this year was the return of large IPOs of spin offs and carve outs," sagt Martin Steinbach, Partner und Head of IPO and Listing Services bei EY. „One reason is the profound transformation processes that companies face, including through digital innovations such as artificial intelligence."

Aussichten für 2026

„Europe in principle has a well stocked pipeline with a significant backlog of companies waiting for the right window to go public," erklärt Steinbach. „Looking at the German domestic market, there is potential for up to ten IPOs in 2026. Potential candidates come from various segments: established mid sized and large companies, private equity portfolio exits, and growth companies."

Zu den größten deutschen IPO-Kandidaten zählen der mit 23 Milliarden Euro bewertete Aufzughersteller TK Elevator im Besitz von Advent, Cinven und Thyssenkrupp, der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS mit Sitz in Amsterdam sowie die Kleinanzeigenplattform Mobile.de, die Blackstone und Permira gehört.