Nach einem turbulenten Jahr mit Kursverlusten und gekürzten Ausschüttungen tauscht die US-Investmentfirma ihren Abschlussprüfer aus. Inhaltliche Differenzen gab es zwischen den Beteiligten nicht.
Wer künftig die Bücher von Oxford Square Capital begutachtet, ist seit Ende Mai geklärt. Das Mandat wandert von einem der vier Großen zum nächsten: EY löst PwC ab. Beide Häuser betonen, dass die Trennung ohne Knirschen verlief. Weder bei der Auslegung von Bilanzregeln noch bei der Frage, wie tief geprüft werden soll, hätten sich die Positionen unterschieden. PwC hat diese Lesart in einer eigenen Erklärung untermauert. Bei dem Unternehmen handelt es sich um eine Business Development Company, ein in den Vereinigten Staaten verbreitetes Vehikel zur Finanzierung mittelständischer Firmen. Solche Gesellschaften unterliegen besonderen Offenlegungspflichten, weshalb der Tausch des Prüfers formal gemeldet werden musste.
Der Hintergrund des Schritts dürfte über eine reine Routineentscheidung hinausgehen. Das vergangene Geschäftsjahr verlief alles andere als erfreulich. Der innere Wert des Portfolios schrumpfte, woraufhin die Geschäftsführung mehrfach an der Dividendenschraube drehen musste. Was an die Aktionäre fließt, hat sich spürbar verringert. An der Börse schlägt sich das deutlich nieder. Innerhalb von zwölf Monaten ist der Aktienkurs um 44 Prozent abgesackt. Seit dem Jahreswechsel sind es immerhin noch 24 Prozent Minus. Aktuell pendelt die Notierung mit 1,13 Euro hauchdünn über dem Tiefststand der vergangenen Monate.
Eine Kursänderung im operativen Geschäft ist nicht geplant. Die Verantwortlichen wollen an ihrer bisherigen Linie festhalten. Mit dem neuen Prüfer soll vor allem die Finanzkontrolle untermauert werden. Ob das ausreicht, um die Skepsis der Anleger zu zerstreuen, muss sich erst zeigen. Die Indikatoren am Markt sprechen jedenfalls eine eigene Sprache: Sämtliche gleitenden Durchschnittslinien der letzten Monate liegen über dem aktuellen Kursniveau.




