Grant Thornton: CFOs investieren so viel in Tech wie nie

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March 19, 2026
20.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Eine Umfrage zeigt Rekordzahlen bei IT-Ausgaben. Künstliche Intelligenz gilt als Wachstumstreiber, nicht nur als Sparinstrument.

Technologie statt Rotstift

Die Zeiten des Kürzens sind vorbei. Laut der aktuellen CFO-Umfrage von Grant Thornton planen 68 Prozent der Finanzchefs, ihre Ausgaben für IT und digitale Transformation im kommenden Jahr zu erhöhen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung vor 21 Quartalen. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft zum Sparen auf ein Fünfjahrestief: 28 Prozent wollen überhaupt keine Kosten mehr senken. Die Investitionen zielen nicht nur auf Effizienz. 72 Prozent der Befragten erwarten steigende Nettogewinne. Paul Melville, Chief Growth Officer bei Grant Thornton, betont, dass KI längst keine Option mehr sei. Entscheidend sei der messbare Ertrag. Mike Desmond, Audit Growth Leader, beschreibt die Ausgaben als gezielt: Unternehmen investieren in interne Effizienz und schaffen zugleich Mehrwert für Kunden.

Datenqualität als Bremsklotz

Nicht alle sind überzeugt, dass die Rechnung aufgeht. Nur 62 Prozent glauben, ihre Technologieziele zu erreichen. Als größte Hürden gelten fragmentierte Systeme, inkonsistente Daten und technische Einschränkungen. Raul Vega, Partner bei Grant Thornton, mahnt: Ohne saubere Daten und kompatible Systeme bleibe der KI-Nutzen aus. Der Kampf um Talente hält an. 54 Prozent rechnen mit Schwierigkeiten bei Gewinnung und Bindung. Die Antwort: Auslagerung. 64 Prozent setzen bereits auf Offshoring oder Nearshoring, nur 36 Prozent halten an rein inländischen Strukturen fest. Dabei geht es längst nicht mehr nur ums Sparen. Zugang zu Spezialisten, Skalierbarkeit und Innovationsfähigkeit stehen im Vordergrund.

Preisdruck verlangt neue Strategien

Mehr als die Hälfte der CFOs spürt wachsende Preissensibilität bei Kunden. 84 Prozent haben Kostensteigerungen weitergegeben. Um Margen zu schützen und Kunden nicht zu verlieren, setzen viele auf KI-gestützte Preismodelle. Segmentierte und dynamische Preisgestaltung gewinnt an Bedeutung. Melville rät, Preiserhöhungen stets mit erkennbarem Mehrwert zu verknüpfen.