Die neue Plattform WatsonX 4.0 erlaubt das Training von Modellen ohne Datenabfluss. Die Börse belohnt den Vorstoß mit Kursgewinnen.
Wer KI nutzen will, muss Daten füttern. Für viele Unternehmen ein Problem: Sensible Informationen sollen nicht bei Drittanbietern landen. IBM liefert jetzt eine Antwort. Mit WatsonX 4.0 lassen sich Modelle in der eigenen Cloud trainieren. Nichts wandert nach draußen, alles bleibt unter Kontrolle. Für Firmen in Europa, die mit strengen Datenschutzregeln leben müssen, ein handfestes Verkaufsargument. Der Konzern verbindet offene Standards mit geschlossener Sicherheit. Unternehmen können auf Open-Source-Modelle zugreifen, ohne beim Schutz Kompromisse einzugehen. Dieser hybride Ansatz unterscheidet IBM von den großen Cloud-Rivalen. Microsoft und Google setzen stärker auf öffentliche Infrastrukturen, IBM spielt die Karte der Abschottung.
Die Nachricht kam gut an. An der New Yorker Börse kletterte die Aktie um 3,2 Prozent. IBM hat sich in den vergangenen Jahren neu erfunden. Hardware spielt eine Nebenrolle, Software liefert mittlerweile fast die Hälfte der Erlöse. Europa steuert ein Viertel des Umsatzes bei, ein Markt, den der Konzern mit der neuen Plattform gezielt bearbeiten will. Banken, Versicherer, Krankenhäuser, Fabriken: WatsonX 4.0 richtet sich an Industrien, die unter Aufsicht stehen. IBM plant Allianzen mit europäischen Systemhäusern, um die Einführung zu beschleunigen. Wiederkehrende Einnahmen über Abomodelle sollen das Geschäft stabilisieren. Der Konzern setzt darauf, dass Kontrolle mehr zählt als Komfort. Unternehmen, die ihre Daten nicht aus der Hand geben wollen, finden in IBM einen Partner, der genau das verspricht. Ob die Strategie aufgeht, hängt davon ab, wie viele Kunden diese Priorität teilen.




