Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft half dem Landkreis, nach 16 Jahren ohne Jahresabschluss endlich eine gültige Eröffnungsbilanz zu erstellen. Der Kreistag beschloss das Zahlenwerk im dritten Anlauf.
Ein finanzielles Dauerproblem findet seine Lösung. Der Kreistag Freising hat eine Eröffnungsbilanz beschlossen, die erstmals seit 2010 den Anforderungen der Prüfbehörden standhält. Landrat Helmut Petz von den Freien Wählern bezeichnete den Beschluss als historisches Ereignis. Zwei frühere Anläufe waren gescheitert, zuletzt mit Differenzen von 27 Millionen Euro allein beim Eigenkapital.
Der Ursprung der Misere liegt in der Umstellung des Rechnungswesens. Als der Landkreis 2010 von der Kameralistik auf die doppelte Buchführung wechselte, geriet die Kämmerei ins Straucheln. Die erste Bilanz von 2013 wies der Bayerische Kommunale Prüfungsverband als unbrauchbar zurück. Ein zweiter Versuch 2021 scheiterte ebenfalls. Die Lücke wuchs von Jahr zu Jahr.
Im vergangenen Jahr holte der Landkreis professionelle Unterstützung. Grant Thornton übernahm gemeinsam mit der Kreisverwaltung die Aufarbeitung. Das Team durchforstete alte Unterlagen und stimmte sich laufend mit dem Prüfungsverband ab. Diese Vorgehensweise erwies sich als erfolgreich. Die nun verabschiedete Bilanz weist eine Summe von 154,5 Millionen Euro aus, davon entfallen 120 Millionen auf Sachanlagen.
Die genehmigte Eröffnungsbilanz wandert nun an die Prüfbehörden. Parallel beginnt die Arbeit an den Folgejahren. Bis zur Sommerpause sollen ein bis zwei weitere Abschlüsse vorliegen. Grant Thornton plant, künftig drei Jahresabschlüsse pro Jahr zu erstellen. Landrat Petz rechnet mit Rücklagen im mittleren zweistelligen Millionenbereich.




