Das Fundraising für Infrastruktur-Secondaries hat sich 2025 mehr als verdoppelt und einen neuen Rekord aufgestellt. Treiber ist ein strukturelles Missverhältnis zwischen Fondslaufzeiten und den Lebenszyklen langlebiger Infrastrukturanlagen.
Das globale Fundraising für Infrastruktur-Secondaries erreichte 2025 einen Rekordwert von 11,5 Mrd. US-Dollar und verdoppelte damit den Vorjahreswert von 5,6 Mrd. US-Dollar, laut PitchBook-Daten. Blackstone schloss im September den bislang größten dedizierten Infrastruktur-Secondaries-Fonds mit 5,5 Mrd. US-Dollar, 47 Prozent mehr als sein Vorgänger. Das Pariser Haus Ardian hatte bereits im Februar mehr als 5 Mrd. US-Dollar für seinen neuen Infrastruktur-Secondaries-Fonds eingesammelt und peilt damit ein Volumen über dem Vorgänger von 5,25 Mrd. US-Dollar an. Ares schloss im Oktober seinen Secondaries Infrastructure Solutions Fund III bei 3,3 Mrd. US-Dollar. Auch der Deal Value erreichte mit 25 Mrd. US-Dollar einen Rekord, mehr als doppelt so viel wie die 11 Mrd. US-Dollar aus 2023. Laut PJT Partners könnte der Markt bis 2030 auf 45 Mrd. US-Dollar anwachsen.
Der strukturelle Treiber liegt in einem fundamentalen Missverhältnis: Infrastrukturanlagen wie Rechenzentren, Windparks oder Energienetze haben Nutzungsdauern von mehreren Jahrzehnten, während PE-Fonds typischerweise nach zehn Jahren ablaufen. Faraz Qureshi, Head of Infrastructure Secondaries bei BNP Paribas Asset Management, erklärt, dass nach Ablauf der Fondslaufzeit noch 10 bis 15 weitere operative Jahre verbleiben, in denen echter Mehrwert geschöpft werden kann. GP-geführte Transaktionen, lange als Notfallinstrument betrachtet, werden laut Campbell Lutyens 2025 voraussichtlich einen Rekordwert von 14,6 Mrd. US-Dollar erreichen, mit EMEA als 30-prozentiger Anteil am Dealflow. GPs nutzen sie zunehmend, um attraktive Portfoliounternehmen mit spezifischen Investitionsbedürfnissen in Energiewende und digitaler Infrastruktur länger zu halten und weiterzuentwickeln.




