Deutschlands größte Onlinebank hält sich beim Vertrieb europäischer Langfristfonds vorerst zurück und prüft Ausgestaltungsmerkmale sowie Eignungskriterien sorgfältig, bevor sie Privatanlegern Zugang zu illiquiden Anlageklassen ermöglicht.
ING Deutschland wird den Start ihres ELTIF-Angebots höchstwahrscheinlich auf das kommende Jahr verschieben. Privatkundenleiterin Burcu Civelek Yüce betonte auf einer Handelsblatt-Veranstaltung, dass die Bank noch verschiedene Ausgestaltungsmerkmale und Eignungskriterien prüfe und besondere Sorgfalt beim Markteintritt walten lassen wolle. ELTIFs erlauben Privatanlegern Investitionen in illiquide Anlageklassen wie Private Equity, Private Debt und Infrastruktur. Das Fondsformat ist seit der ELTIF-Reform Anfang 2024 überwiegend semiliquide ausgestaltet, mit festgelegten Kündigungsfristen und möglichen Rücknahmebeschränkungen.
Das ELTIF-Segment hat seit der Reform deutlich Fahrt aufgenommen: Die Ratingagentur Scope zählt EU-weit 113 neue ELTIFs allein im Jahr 2025, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Der vorsichtige Ansatz der ING ist vor dem Hintergrund jüngster Entwicklungen in den USA zu sehen, wo semiliquide Privatmarktfonds (BDCs) wegen hoher Rücknahmeanfragen von Privatanlegern die Anteilsrücknahme einschränken mussten. Obwohl beide Fondsgattungen nicht direkt vergleichbar sind, verpacken sie jeweils eine illiquide Anlage in ein teilweise liquides Vehikel, was Anforderungen an Eignungsprüfung und Anlegeraufklärung erhöht.




