OpenAI und PwC bauen gemeinsam die Finanzabteilung von morgen

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May 5, 2026
06.05.2026
3 Minuten Lesezeit

Der KI-Entwickler und die Beratungsgesellschaft wollen algorithmische Helfer für Buchhaltung, Steuern und Treasury entwickeln. Als Testlabor dient OpenAIs eigene Finanzabteilung.

Zwei Riesen, ein Ziel

Was entsteht, wenn eine Beratungsgesellschaft mit 100.000 KI-nutzenden Mitarbeitern und der Erfinder von ChatGPT ihre Kräfte bündeln? Ein Projekt, das die Arbeit von Finanzabteilungen grundlegend verändern könnte. OpenAI und PwC haben verkündet, gemeinsam eine neue Generation von Werkzeugen für Unternehmensfinanzen zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht nicht die Automatisierung einzelner Handgriffe. Die Partner setzen auf sogenannte agentische Systeme: KI, die eigenständig komplexe Abläufe koordiniert, Entscheidungen vorbereitet und nur bei heiklen Fragen den Menschen einschaltet.

Digitale Kollegen für Einkauf, Steuern und Monatsabschluss

Welche Aufgaben sollen die Algorithmen übernehmen? Bestellanfragen bearbeiten, Einkaufsrichtlinien prüfen, Wareneingänge dokumentieren. Verträge analysieren und Risiken einschätzen. Rückstellungen berechnen und maßgeschneiderte Übersichten zusammenstellen. Die Werkzeuge sollen sich in vorhandene Systeme wie SAP und Bankenplattformen einfügen, sodass Finanzfachleute künftig überwachen statt tippen. Die Vision: Quartalsabschlüsse, die heute Wochen verschlingen, könnten auf Tage schrumpfen. Finanzteams hätten dann Luft für strategische Fragen statt Abstimmungsmarathons.

Eigene Buchhaltung als Testlabor

Um die Praxistauglichkeit zu beweisen, wagt OpenAI ein Experiment. Die eigene Finanzabteilung wird zur Testzone. Bevor die Werkzeuge bei PwC-Kunden weltweit ausgerollt werden, müssen sie im Alltag des KI-Entwicklers bestehen. Das Kalkül: Wer seine Technologie selbst nutzt, liefert den besten Beweis, dass sie funktioniert. Gelingt der Versuch, entsteht eine Blaupause für Großunternehmen, die ihre Backoffice-Prozesse neu erfinden wollen.

Jahrelange Vorgeschichte

Die Ankündigung fällt nicht vom Himmel. Bereits 2024 wurde PwC zum ersten Vertriebspartner für ChatGPT Enterprise und dessen größtem Abnehmer. Rund 100.000 Berater und Prüfer erhielten Zugang. Die Beratungsgesellschaft hatte zuvor eine milliardenschwere Investition in generative KI angekündigt und seither tausende interne Anwendungsfälle dokumentiert. Produktivitätssprünge von 20 bis 40 Prozent in bestimmten Bereichen waren das Ergebnis. Mittlerweile hat PwC mit fast allen der 1.000 größten US-Beratungskunden an KI-gestützten Projekten gearbeitet.

Chefetagen unter Zugzwang

Die Erwartungen sind enorm. Laut PwC-Erhebungen rechnen drei Viertel der Führungskräfte damit, dass algorithmische Assistenten binnen zwölf Monaten einen spürbaren Wettbewerbsvorteil bringen. Fast neun von zehn planen, ihre Budgets aufzustocken, viele davon um mehr als ein Viertel. Der Übergang erfordert allerdings strenge Sicherheits- und Compliance-Standards. Beide Partner haben diese Bereiche als Knackpunkte identifiziert. Während auch andere Prüfungsriesen milliardenschwere KI-Programme fahren, gilt der Ansatz, gemeinsam eine vollständig integrierte Finanzfunktion zu entwickeln, als besonders ambitioniert.

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