Zum Tag der Arbeit 2026 gingen in Berlin und Brandenburg rund 40.000 Menschen auf die Straße. Stellenabbau, Rentenkürzungen und Lohndumping standen im Mittelpunkt der Proteste.
In Berlin beteiligten sich laut Gewerkschaftsangaben rund 12.000 Menschen an der Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. In Brandenburg versammelten sich bei 14 Veranstaltungen fast 28.000 Menschen, allein 16.000 beim Brückenfest in Frankfurt an der Oder. DGB-Vorsitzende Katja Karger formulierte die Kernforderungen: „Schluss mit Tarifflucht, Lohndumping und miesen Arbeitsbedingungen“. Angriffe auf den Acht-Stunden-Tag, Rentenkürzungen und Arbeitsplatzabbau dürften nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Das ifo Beschäftigungsbarometer war zuletzt auf 91,3 Punkte gesunken, den niedrigsten Stand seit Mai 2020.
IG-BAU-Chef Robert Feiger richtete sich gegen Forderungen nach einer Anhebung des Rentenalters: „Wer von den Menschen verlange, bis 67 oder länger zu arbeiten, habe keine Ahnung von der Realität. Über 40 Jahre Arbeit auf dem Bau sei ein Knochenjob!“ In rund zwei Monaten soll die Rentenkommission ihre Reformvorschläge vorstellen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich zuletzt offen für Änderungen beim Rentenalter gezeigt. Die Proteste spiegeln eine breitere gesellschaftliche Stimmung wider: Laut ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe greift die geopolitische Unsicherheit auf die Personalplanungen der Unternehmen über, kaum eine Branche bleibe vom Stellenabbau verschont.




