Wer bei KPMG befördert werden will, muss künftig belegen, wie er Künstliche Intelligenz in seine tägliche Arbeit einbindet. Die Jahresbewertung wird damit zum Steuerungsinstrument für die KI-Offensive.
Ab der Leistungsbeurteilung 2026 fließt bei KPMG ein neues Kriterium in die Bewertung ein: Wie konsequent hat eine Fachkraft die firmeneigenen KI-Vorgaben erfüllt? Schon jetzt wertet die Gesellschaft über Anwendungen wie Microsoft Copilot aus, in welchem Umfang die Belegschaft entsprechende Werkzeuge nutzt. Niale Cleobury, bei KPMG für die KI-Ausrichtung der Mitarbeiter zuständig, macht deutlich, dass die Verantwortung nicht bei der Führungsebene endet, sondern bis in die Reihen der Berufseinsteiger reicht. Jeder solle sich am Jahresende an konkreten Zielen messen lassen.
Die Beobachtung diene nicht der Überwachung, betont Samantha Gloede, die bei KPMG das Risikogeschäft leitet und für den verantwortungsvollen Umgang mit KI zuständig ist. Vielmehr gehe es darum, den Nutzen der getätigten Investitionen messbar zu machen und sicherzustellen, dass die vorhandenen Werkzeuge auch wirklich zum Einsatz kommen. Der Ansatz zielt also weniger auf Sanktion als auf Durchdringung.
KPMG steht mit dieser Linie nicht allein. Häuser von Accenture bis McKinsey haben Millionenbeträge in KI gesteckt und drängen ihre Teams nun zur Anwendung, um in einem von schwacher Nachfrage geprägten Markt Kosten zu senken und Margen zu heben. Wie hart der Umbau ausfallen kann, zeigt Accenture: Der Konzern kündigte im September an, sich von Beschäftigten zu trennen, deren Qualifikation sich nicht rechtzeitig auf die neuen Anforderungen umstellen lässt.




