Der KI-Hype hat die Private-Equity-Branche erfasst, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Nur 8 Prozent der Firmen erzielen damit echten EBITDA-Impact, während der Rest zwischen Back-Office-Effizienz und echtem Wachstum feststeckt.
Eine Umfrage von Alvarez & Marsal unter 100 Führungskräften großer und mittelgroßer PE-Firmen zeigt das Dilemma der Branche: 73 Prozent erwarten, dass KI den Portfoliowert in den nächsten zwölf Monaten steigern wird. Doch nur 8 Prozent beschreiben sich als führend, also als Häuser, bei denen KI bereits einen materiellen EBITDA-Impact erzeugt oder Exit-Narrative verschiebt. Der überwiegende Teil der Branche experimentiert noch. Die häufigste Anwendung, von 55 Prozent der Befragten genannt, ist Financial Planning and Analysis, also der klassische Back-Office-Bereich. Christy Carter, Global Head of PE bei Boston Consulting Group, bringt es auf den Punkt: „Viele Use Cases haben die persönliche Produktivität verbessert, aber sie treffen nicht die P&L."
Die 8 Prozent, die vorausmarschieren, stammen fast ausschließlich aus dem Software- und Servicebereich, wo KI bereits Preismargen komprimiert und Adoption zur Pflicht macht. Bain Capital zeigt, wie echter KI-Impact aussieht: Das Haus hat eine eigenentwickelte KI-Lösung über mehrere Industriedistributoren im Portfolio ausgerollt. Bei einem davon erwartet Bain-Partner Ajay Agarwal einen Margenanstieg von zwei Prozentpunkten und ein Umsatzwachstum von 200 bis 300 Basispunkten schneller als der Wettbewerb. Über fünf Jahre gerechnet entspricht das rund 30 Prozent mehr EBITDA. Anil Kumar von Alvarez & Marsal fasst zusammen: „KI ist ein Effizienzspiel, sicher. Der größere Wert liegt aber darin, mit KI Umsätze zu verbessern, neue Erlösquellen zu erschließen und wettbewerbsfähig zu bleiben."




