KI raus, Mensch rein: Konzerne rudern zurück

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July 1, 2026
02.07.2026
3 Minuten Lesezeit

Was vor Kurzem noch als kluger Effizienzschritt galt, erweist sich in immer mehr Häusern als Bumerang. Vom Autobauer Ford bis zum IT-Riesen IBM stellen große Konzerne jene Beschäftigten wieder ein, die sie zuvor durch Künstliche Intelligenz ersetzt hatten.

Bei Ford klemmt die Qualität

Der amerikanische Autohersteller Ford holt hunderte erfahrene Ingenieure zurück in den Betrieb. Der Anlass sind Qualitätsprobleme, mit denen automatisierte Systeme schlicht überfordert waren. Charles Poon, verantwortlich für den Bereich Fahrzeug-Hardware, bringt das Grundproblem auf den Punkt: Künstliche Intelligenz sei ein hervorragendes Werkzeug, allerdings immer nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert werde.

Wenn der Sprachbot überfordert ist

Auch die Commonwealth Bank of Australia hat ihre Entscheidung zurückgenommen. Nachdem im vergangenen Jahr mehr als vierzig Beschäftigte im Kundenservice entlassen und durch einen KI-Sprachbot ersetzt worden waren, kippten die Verhältnisse. Die Zahl der Anrufe stieg an, statt zu sinken. Die Bank musste zugeben, ihre Analyse der tatsächlich benötigten Rollen sei nicht gründlich genug gewesen. Die Kündigungen wurden zurückgenommen.

IBM stellt wieder Einsteiger ein

Beim Softwarekonzern IBM übernahm ein KI-System rund 94 Prozent der Routineanfragen im Personalbereich. An den restlichen sechs Prozent, häufig ethisch heikle Fragen, scheiterte die Technik. Der Konzern will die Zahl seiner Einstellungen für Berufsanfänger in den Vereinigten Staaten nun verdreifachen. Personalchefin Nickle LaMoreaux warnt davor, den Nachwuchs zu vernachlässigen. Ohne diese Talente versiege der Pool an künftigen Fachkräften binnen weniger Jahre.

Ein Muster zeichnet sich ab

Die Beispiele fügen sich in ein größeres Bild. Nach einer Erhebung des HR-Anbieters Orgvue haben 39 Prozent der befragten Führungskräfte wegen KI-Einführungen Stellen gestrichen. Mehr als die Hälfte davon räumt heute ein, dass die Entscheidungen falsch waren. In den USA meldet die Personalberatung Robert Half, dass 32 Prozent der Personalverantwortlichen eine Stelle zunächst wegen KI abgebaut und später wieder besetzt haben. Wer die Menschen aus dem Unternehmen entfernt, die eigentlich die Maschinen überwachen sollten, verliert am Ende gleich doppelt: an Kontrolle und an Produktivität.

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