Nach den bereits bekannten Führungsrücktritten weitet sich der wirtschaftliche Schaden für KPMG Australien deutlich aus: Ein weiterer Bundesstaat verhängt einen Vergabestopp, die Bundesregierung überprüft Verträge im Milliardenbereich, und mit Lendlease ist ein Prüfungsmandat konkret verloren.
Der Bundesstaat Victoria hat KPMG bis mindestens Oktober von neuen öffentlichen Ausschreibungen ausgeschlossen und die Kanzlei zusätzlich aus laufenden Vergabeverfahren abgezogen. Betroffen sind Direktaufträge von rund 24 Millionen AUD sowie Konsortialverträge mit einem Gesamtwert von 195 Millionen AUD. Ausnahmen sind nur bei dringlichen oder einzigartig zugeschnittenen Leistungen zulässig. Die Allan-Regierung fordert eine detaillierte Stellungnahme, die über eine Verlängerung der Sperre entscheiden wird.
Parallel prüft die australische Bundesregierung sämtliche laufenden KPMG-Verträge auf Bundesebene, das betrifft ein Volumen von mehr als 650 Millionen AUD. KPMG hat sich zudem freiwillig verpflichtet, bis zum 30. September an keinem Ausschreibungsverfahren des Bundes sowie der Bundesstaaten ACT, Western Australia, New South Wales und Queensland teilzunehmen.
Als erster messbarer Ausfall gilt der Wegfall des Lendlease-Prüfungsmandats mit einem Jahresvolumen von rund 10 Millionen AUD. Die Wertpapier- und Investmentkommission ASIC ermittelt in dem Zusammenhang gegen zwei Partner, neben der bereits genannten früheren COO Eileen Hoggett auch gegen einen Partner namens Rogers, was das Risikoprofil des Falls über die interne Personalebene hinaus verlagert.




