Eine Studie zeigt wachsendes Interesse am Kontinent. Doch China und Frankreich sind längst da und dominieren viele Märkte.
Deutsche Unternehmen schauen verstärkt Richtung Süden. KPMG hat gemeinsam mit dem Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft Firmen befragt, die auf dem Kontinent Geschäfte machen. Fast 60 Prozent wollen ihr Engagement angesichts der geopolitischen Verschiebungen ausweiten, ein Fünftel denkt erstmals über Investitionen nach. Benedikt Herles, der bei KPMG das Afrika-Geschäft mitverantwortet, mahnt zum Handeln: „Wer die geopolitische Zeitenwende ernst nimmt, kommt an Afrika nicht vorbei. Viel zu lange hat Deutschland anderen Playern auf dem afrikanischen Kontinent das Feld überlassen."
Der Rückstand ist beträchtlich. Deutschland hat seine Investitionen in Afrika zwar in zwei Jahrzehnten verdoppelt. Frankreich versechsfachte seinen Kapitalbestand jedoch im selben Zeitraum, China steigerte ihn um das Neunzigfache. Die Folgen spüren deutsche Firmen heute: Über ein Drittel kämpft gegen dominante Konkurrenz aus Frankreich, China und der Türkei. Nur jedes fünfte Unternehmen sieht wachsende Marktanteile für deutsche Anbieter.
Südafrika, Kenia und Nigeria stehen bei deutschen Firmen ganz oben, gefolgt von Ghana und Ägypten. Ghana punktet trotz geringerer Größe mit politischer Stabilität. Als Vorteile gegenüber China nennen die Befragten die schnell wachsende Bevölkerung und unerschlossene Absatzmärkte. Andreas Glunz aus dem KPMG-Vorstand sieht auch eine Verantwortung: Die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas sei der richtige Weg, um dem Migrationsdruck zu begegnen. Ende des Jahrhunderts könnte jede zweite Megacity der Welt auf dem Kontinent liegen.




