Die Verbreitung von KI in Finanzabteilungen hat sich laut einer Befragung von KPMG binnen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Doch viele Firmen räumen ein, dass ihre Systeme noch nicht reif für die Prüfung von Jahresabschlüssen sind.
Was vor kurzem noch Pilotprojekt war, ist inzwischen Routine. Drei Viertel der Finanzteams arbeiten mittlerweile mit künstlicher Intelligenz, zeigt eine Befragung von KPMG unter gut 1.000 Führungskräften rund um den Globus. 2024 lag der Anteil noch bei knapp einem Drittel. Die Ergebnisse scheinen die Investitionen zu rechtfertigen. Sieben von zehn Befragten geben an, bereits einen messbaren Nutzen zu sehen. Das liegt deutlich über den Werten, die aus anderen Unternehmensbereichen gemeldet werden.
Der Haken: Die Absicherung kommt nicht hinterher. Nur gut vier von zehn Unternehmen fühlen sich gewappnet, wenn Prüfer fragen, ob ihre KI-gestützten Finanzberichte belastbar sind. Der Rest räumt Lücken ein. Das ist brisant. Fehler in Bilanzen können teuer werden, für das Unternehmen wie für die Verantwortlichen. Der amerikanische Finanzstabilitätsrat hatte die Technik schon vor Jahren als Risiko eingestuft. Studien zeigen, dass maschinell erstellte Inhalte in fast der Hälfte aller Fälle Ungenauigkeiten enthalten. Ein jüngst zurückgezogener Bericht von EY, der erfundene Quellenangaben enthielt, führte die Gefahren öffentlichkeitswirksam vor Augen.
Die KPMG-Daten liefern auch ein Argument für mehr Sorgfalt. Firmen, die ihre Systeme ordentlich dokumentieren und prüfen lassen, melden drei- bis sechsmal häufiger Fortschritte bei Fehlerquoten und Skalierbarkeit als solche, die darauf verzichten. Datenqualität bleibt das zentrale Thema. Gut ein Drittel der Befragten sieht darin gleichzeitig die größte Hürde und die größte Chance, mehr aus der Technik herauszuholen.




