Eine Erhebung der Beratungsgesellschaft zeigt, wie schnell deutsche Unternehmen Künstliche Intelligenz in ihre Geschäftsmodelle eingebaut haben. Doch in nur vier von zehn Häusern steuert die Führungsetage die Transformation aktiv.
Wer hätte vor zwei Jahren erwartet, dass nahezu alle deutschen Unternehmen Künstliche Intelligenz als geschäftsrelevant einstufen würden? Genau dieses Bild zeichnet eine aktuelle Untersuchung von KPMG, für die 480 Entscheidungsträger befragt wurden. Mit 98 Prozent Zustimmung markiert die Studie einen sprunghaften Anstieg gegenüber den 56 Prozent von 2024 und den 91 Prozent von 2025. Praktisch identisch fällt das Bild bei der Frage aus, ob Unternehmen eine eigene KI-Strategie verfolgen.
Trotz der hohen Verbreitung gibt es eine bemerkenswerte Lücke. In nur 39 Prozent der Unternehmen wird die KI-Strategie aktiv durch das Top-Management gelenkt. Benedikt Höck, Partner und Head of AI bei KPMG in Deutschland, ordnet das ein. Damit nachhaltiger Mehrwert entstehe, müsse KI verlässlich gesteuert und in bestehende Prozesse eingewoben werden.
71 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen wurden. Nur fünf Prozent sehen sich enttäuscht. Den Nutzen messen die Unternehmen vor allem an Produktivitäts- und Effizienzgewinnen.
Eine bemerkenswerte Verschiebung zeigt sich bei den Geldströmen. Während 2025 die meisten Häuser steigende Ausgaben ankündigten, fallen die Pläne 2026 deutlich nüchterner aus. 67 Prozent wollen weniger als ein Zehntel ihres Investitionsbudgets in das Thema stecken.
Beim Thema sogenannter Trusted AI zeigt sich ein ambivalentes Bild. 53 Prozent der Häuser haben entsprechende Ansätze etabliert, allerdings ohne durchgängige strategische Steuerung. Praktisch greifen Unternehmen vor allem zu drei Maßnahmen: kontinuierliche Überwachung der Systeme, Einbindung externer Expertise sowie klar definierte Verantwortlichkeiten.




