Der Halbleiterhersteller trennt sich von Grant Thornton und holt sich einen der Big Four an Bord. Der Wechsel erfolgte ohne inhaltliche Differenzen, fällt aber in eine Phase rasanten Kurswachstums.
Bei MaxLinear gibt es einen Wechsel an der Prüferfront. Ende Mai hat das in Kalifornien ansässige Halbleiterunternehmen die bisherige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton abberufen und KPMG als Nachfolgerin bestellt. Die Entscheidung wurde vom Prüfungsausschuss des Verwaltungsrats abgesegnet, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. KPMG übernimmt das Mandat für das laufende Geschäftsjahr, das zum 31. Dezember 2026 endet. Vorausgegangene Konsultationen zwischen MaxLinear und der neuen Prüfgesellschaft habe es nicht gegeben, betont das Unternehmen.
Pflichtgemäß stellt MaxLinear klar, dass der Wechsel nicht aus inhaltlichen Gründen erfolgte. Die Prüfberichte von Grant Thornton zu den Abschlüssen 2024 und 2025 enthielten weder Einschränkungen noch Versagungsvermerke. Auch Meinungsverschiedenheiten über Bilanzierungsfragen, Offenlegung oder Prüfungsverfahren habe es im fraglichen Zeitraum nicht gegeben. Grant Thornton selbst bestätigte diese Darstellung in einem Schreiben an die SEC, das als Anlage der Einreichung beiliegt. Solche Bestätigungen sind in den Vereinigten Staaten Standard, wenn ein börsennotiertes Unternehmen seinen Abschlussprüfer wechselt. Sie sollen Anlegern signalisieren, dass hinter dem Wechsel keine versteckten Bilanzkonflikte stehen.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. MaxLinear hat im vergangenen Jahr einen außergewöhnlichen Kurssprung hingelegt. Die Aktie legte binnen zwölf Monaten um über 650 Prozent zu, die Marktkapitalisierung kletterte auf 8,3 Milliarden Dollar. Analysten der Plattform InvestingPro bewerten das Papier mittlerweile als überbewertet. Begleitet wird der Aufstieg von einer Reihe von Erfolgsmeldungen. Im ersten Quartal lag der Gewinn pro Aktie über den Erwartungen, auch der Umsatz übertraf die Prognosen. Strategisch baut MaxLinear seine Aktivitäten in den Bereichen 5G und KI-gestützte Netzwerktechnik aus, unter anderem über Kooperationen mit GCT Semiconductor und Edgecore Networks. In dieser Wachstumsphase scheint die Konzernführung auf einen Prüfer mit größerem Namen setzen zu wollen.




