Der australische Vermögensverwalter Perpetual hat ein nachgebessertes Übernahmeangebot von EQT abgelehnt, das zweite innerhalb weniger Wochen. Die Preislücke zwischen beiden Seiten bleibt offenbar zu groß.
Der australische Vermögensverwalter Perpetual hat ein nachgebessertes Übernahmeangebot des schwedischen Private-Equity-Hauses EQT über 2,5 Milliarden australische Dollar abgelehnt, wie Reuters berichtet. Es ist bereits die zweite Absage innerhalb von gut zwei Wochen. Der Verwaltungsrat kam zu dem Schluss, dass der überarbeitete Vorschlag den Wert des Unternehmens nicht angemessen widerspiegle und nicht im besten Interesse der Aktionäre sei. EQT bot 22,07 australische Dollar je Aktie, ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem vorherigen Angebot von 21,64 Dollar, das Perpetual mit 2,45 Milliarden australischen Dollar bewertet hatte. Die geringe Anhebung und die schnelle Ablehnung deuten auf eine Bewertungslücke hin, die sich mit einer kleinen Erhöhung kaum schließen ließ. Hebe Chen, Marktanalystin bei Vantage Markets, sieht Risiken für beide Seiten: „Sollten die Verhandlungen ohne nennenswerten Fortschritt weitergehen, könnten Investoren zunehmend einpreisen, dass es zu keiner Transaktion kommt.“
Der Vorstoß fällt in eine umfassendere Neuausrichtung von Perpetual, bei der privates Kapital bereits eine entscheidende Rolle gespielt hat. Im März hatte das Unternehmen den Verkauf seines Wealth-Management-Geschäfts an Bain Capital für 500 Millionen australische Dollar in bar vereinbart, um den Konzern zu vereinfachen. Zuvor hatte Perpetual bereits Gespräche über einen 2,18 Milliarden australische Dollar schweren Deal mit KKR aus dem Jahr 2024 zum Verkauf des Wealth-Management- und Corporate-Trust-Geschäfts abgebrochen. Das 1886 unter anderem von Australiens erstem Premierminister Edmund Barton mitgegründete Unternehmen, hat seit 2022 bereits Übernahmeangebote von mindestens drei Interessenten abgewiesen, darunter seinem größten Aktionär. Für EQT zeigt der Fall, wie schwierig die Bewertung börsennotierter australischer Vermögensverwalter mitten in einer Restrukturierung ist. Während Bain Capital bereits eine Sparte herausgelöst hat, konkurriert das Argument für eine Komplettübernahme mit der schrittweisen Alternative, die der Perpetual Vorstand offenbar bevorzugt.




