Nach einer internen Prüfung ahndet KPMG Australien den Missbrauch vertraulicher Mandantendaten. Sieben Beschäftigte erhalten Sanktionen bis zu 180.000 australischen Dollar.
KPMG Australien teilte am Montag mit, gegen eine Gruppe von Mitarbeitern Konsequenzen verhängt zu haben, nachdem eine interne Untersuchung den unzulässigen Umgang mit vertraulichen Kundeninformationen bestätigt hatte. Die Bandbreite reicht von Verwarnungen über eingeschränkte Aufstiegschancen und schlechtere Leistungsbeurteilungen bis zu Geldbußen von bis zu 180.000 australischen Dollar, umgerechnet rund 126.000 US-Dollar. Zwei der sieben Betroffenen zogen sich noch vor Verkündung der Strafen aus dem Haus zurück. Nach Angaben eines Sprechers wurden interne Unterlagen mit Kundendaten unangemessen weitergereicht, ein Verhalten, das mit den Werten der Gesellschaft unvereinbar sei.
Bemerkenswert ist der Widerspruch zu früheren Aussagen. Noch zuvor hatte KPMG erklärt, seine bisherigen Untersuchungen hätten kein Fehlverhalten belegen können. Bereits davor waren drei leitende Prüfungspartner belangt worden, weil sie vertrauliche Sitzungsunterlagen des Immobilienkonzerns Lendlease missbraucht hatten. Ausgelöst hatte die Affäre im März ein Whistleblower mit dem Vorwurf, Beschäftigte hätten mit Insiderwissen lukrative Prüfmandate an Land gezogen.
Seither steht das Haus unter scharfer Beobachtung, sowohl vonseiten der Regierung als auch namhaften Mandanten. Der Skandal kostete bereits Vorstandschef, Prüfungsleiter und Verwaltungsratschef den Posten. Auch die Wertpapieraufsicht ASIC ermittelt gegen drei Partner. Zwei davon hat sie benannt; beide haben die Gesellschaft inzwischen verlassen und gehörten zu jenen, die KPMG wegen der Lendlease-Unterlagen bereits bestraft hatte. Die Identität des dritten Partners ließ die Behörde offen.




