Beim Einstieg des Vermögensverwalters Apollo in Bayers Verhütungsmittelgeschäft stehen sich zwei prominente Beraterteams gegenüber. Der Konzern verschafft sich damit Luft für die Monsanto-Altlasten.
Für Bayer arbeitet Linklaters, wo Dr. Carl Sanders, Dr. Alexander Schlee und Nikita Selivanov die Verantwortung tragen. Die konzerneigene Rechtsabteilung steuert Dr. Martin Eisenhauer bei. Apollo wiederum vertraut erneut auf Latham & Watkins, ein Haus, das den Investor bereits durch etliche frühere Vorhaben begleitet hat; die Federführung liegt bei Otto von Gruben, Dr. Dominik Waldvogel und Christina Mann. Zusätzliche Unterstützung erhält der Investor von Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison sowie von NautaDutilh.
Im Kern geht es um eine neu gegründete Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit langwirksamen Verhütungsmitteln, kurz LARC, überführt. Apollo Global Management beteiligt sich daran mit drei Milliarden Euro Eigenkapital, bleibt dabei aber in der Minderheitsposition. Das Sagen behält Bayer, sowohl bei den Anteilen als auch im Tagesgeschäft. Bis zum dritten Quartal soll der Vollzug erfolgen, vorbehaltlich grünen Lichts der Kartellwächter.
Der Anlass für die Kapitalspritze liegt auf der Hand. Bayer braucht in diesem Jahr Liquidität, weil Anleihen auslaufen und juristische Auseinandersetzungen Geld kosten. Dahinter stehen vor allem die Verfahren um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup, das die Tochter Monsanto vertreibt und dessen Wirkstoff Glyphosat im Zentrum Tausender Klagen steht. Im Frühjahr 2026 kam eine Einigung mit den Anwälten der Kläger zustande, deren Volumen bis zu 7,25 Milliarden Euro erreichen kann; das zuständige Gericht in den USA hat den Vergleich bereits abgesegnet. Zusätzlichen Rückenwind brachte Ende Juni ein Spruch des Supreme Court, der zugunsten des Konzerns ausfiel und den meisten noch offenen Verfahren die juristische Basis nehmen dürfte.




