Die britische Aufsicht ahndet gravierende Mängel bei den Jahresabschlüssen des Rüstungskonzerns Babcock. Für PwC ist es bereits die zweite Sanktion in derselben Sache.
Der Financial Reporting Council nimmt PwC und den früheren Partner John Waters für die Prüfungsjahre 2019 und 2020 in die Pflicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Die Prüfer hätten die Bilanzierungsentscheidungen des Managements nicht kritisch hinterfragt, auf erkennbare Fehlerrisiken unangemessen reagiert und in mehreren Kernbereichen keine ausreichenden Nachweise eingeholt. Beide Seiten räumten die Versäumnisse ein. Die Folge zeigte sich im Abschluss 2021, den Babcock wesentlich korrigieren musste, um frühere Fehler zu bereinigen. Waters hatte PwC im Januar 2023 nach mehr als 35 Jahren verlassen.
Ursprünglich sah die Aufsicht 5,5 Millionen Pfund gegen die Gesellschaft vor. Wegen Kooperation, Geständnis und rascher Erledigung sank der Betrag auf 3,2 Millionen, hinzu kommen die vollen Verfahrenskosten. Waters selbst zahlt 59.062 Pfund statt der zunächst angesetzten 100.000. Penrose Foss vom FRC hielt fest, die Qualität dieser Prüfungen habe hinter dem zurückgelegen, was von gesetzlichen Abschlussprüfern erwartet werde. Die Behörde räumte zwar ein, dass der verantwortliche Partner sein Amt 2019 unter schwierigen Vorzeichen angetreten habe, sah jedoch gerade darin die Pflicht von Haus und Partner, diese Umstände gemeinsam aufzufangen.
Bereits im März 2023 hatte die Aufsicht in einem separaten Verfahren PwC und zwei weitere ehemalige Partner mit knapp acht Millionen Pfund belegt, ebenfalls wegen Babcock. Damals ging es um die Jahre 2017 und 2018, in denen die Prüfer wiederholt zu wenig Widerspruch geleistet und Belege schuldig geblieben waren. In einem Fall lag ihnen ein Vertrag über 30 Jahre nicht vor, der rund 77 Millionen Pfund des Umsatzes von 2018 ausmachte. Personell steht die Behörde selbst vor einem Wechsel: Dame Jayne-Anne Gadhia übernimmt im September den Vorsitz.




