Während PwC seinen Anteil an den Prüfungsmandaten der größten deutschen Konzerne auf über 40 Prozent steigert, kämpft EY mit den Nachwirkungen des Wirecard-Skandals.
Der Wirecard-Skandal wirft lange Schatten. EY prüfte einst fast ein Drittel aller Dax-Konzerne. Bis 2026 schrumpft dieser Anteil auf magere 7,5 Prozent. Die gesetzliche Rotationspflicht, die börsennotierte Unternehmen seit 2016 zum regelmäßigen Wechsel des Abschlussprüfers verpflichtet, beschleunigt den Niedergang zusätzlich. Bei der Neuvergabe von Mandaten zieht EY häufig den Kürzeren. Ein Lichtblick zeichnet sich ab 2027 ab: Der Versicherungskonzern Allianz hat EY als künftigen Prüfer ausgewählt.
Von der Neuordnung profitiert vor allem PwC. Die Gesellschaft steigerte ihren Anteil an Dax-Prüfungsmandaten von 35 auf 42,5 Prozent. Im Geschäftsjahr 2024/25 verbuchte PwC zudem ein Umsatzwachstum von acht Prozent und distanzierte damit die Wettbewerber deutlich. KPMG und Deloitte wuchsen lediglich um vier bis fünf Prozent. Die konjunkturelle Schwäche bremste das Beratungsgeschäft branchenweit, doch PwC kompensierte dies durch strategische Neuausrichtung.
Auch die übrigen Big Four gewinnen Terrain. Sowohl Deloitte als auch KPMG werden 2026 jeweils 22,5 Prozent der Dax-Unternehmen prüfen. Die Rotationspflicht hat den Wettbewerb intensiviert und zwingt sämtliche Marktteilnehmer zur kontinuierlichen Anpassung.
Die nächsten Jahre werden entscheidend. Zahlreiche Mandate, die derzeit bei PwC liegen, stehen zur Rotation an. EY muss beweisen, dass das Unternehmen das Vertrauen der Branche zurückgewinnen kann. Der Kampf um die Dax-Mandate bleibt offen.




