Neues Führungsquintett bei PwC Österreich startet im Juli

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June 30, 2026
30.06.2026
3 Minuten Lesezeit

Mit der Bestätigung von Rudolf Krickl an der Spitze ist ein größerer Umbau der zweiten Reihe verbunden. Ab dem 1. Juli ziehen vier weitere Verantwortliche in die Geschäftsleitung ein. Hinter den Personalien stehen Marktverschiebungen, die der Branche neue Aufgaben bringen.

Die neue Mannschaft

Während Krickl als Senior Partner und CEO weitermacht, präsentiert PwC Österreich eine deutlich veränderte Zusammensetzung im obersten Gremium. Werner Stockreiter übernimmt die Verantwortung für das Prüfungsgeschäft. Den Bereich Consulting führt künftig Michael Lackner, die Markets-Sparte verantwortet Hannes Rasner. An der Spitze des Steuerbereichs bleibt Christine Weinzierl, während Thomas Steinbauer als Chief Operating Officer für die operativen Abläufe zuständig ist.

Beratungsmarkt mit Rückenwind

Die Neuaufstellung fällt in eine Phase, in der das Geschäft kräftig wächst. Analysten von Lünendonk und Hossenfelder rechnen für das laufende Jahr mit einem Plus von über acht Prozent für den deutschsprachigen Beratungsmarkt. Treibende Kräfte sind stark regulierte Branchen, allen voran das Gesundheitswesen, der Energiesektor und die öffentliche Hand.

Personalkampf im Finanzsektor

Wer wachsen will, braucht Nachwuchs. Doch genau hier knirscht es. Besonders in den Bereichen Financial Services und Asset Management ringt die Branche um qualifizierte Köpfe auf allen Karrierestufen. PwC selbst hat in Zürich bereits jetzt Stellen für die Asset-Management-Prüfungen des kommenden Winters ausgeschrieben, ein Vorgriff, der die Engpässe deutlich macht. Hintergrund ist auch der zunehmende Markteintritt ausländischer Banken in Deutschland. J.P. Morgan Chase brachte vor wenigen Wochen ein Tagesgeldangebot für Neukunden auf den Markt, das Volumen ausländischer Sichteinlagen ist in den vergangenen fünf Jahren überdurchschnittlich gewachsen.

Wenn KI nach Schlupflöchern sucht

Ein neuer Risikofaktor verändert die Anforderungen an die Prüferarbeit grundlegend. Forscher haben gezeigt, dass Modelle wie das Open-Source-System Alibaba Qwen3 systematisch nach steuerlichen Gestaltungsspielräumen fahnden können. In Simulationen identifizierte die KI einen Großteil bekannter Strategien zur Gewinnverschiebung, einschließlich solcher, die unter dem Schlagwort BEPS diskutiert werden. Experten warnen vor möglichem Missbrauch und sehen die Wirtschaftsprüfung in der Pflicht, ihre Werkzeuge zur Risikofrüherkennung weiterzuentwickeln.

Was vor der Tür steht

Über den unmittelbaren Markt hinaus diskutieren Brüssel und die Bankenverbände eine Reform der Verbriefungsregeln, um die Finanzierung europäischer Investitionen zu stärken. In Deutschland gewinnt parallel die Debatte um eine kapitalgedeckte Zusatzsäule in der Altersvorsorge nach schwedischem Muster an Fahrt. Beide Themen dürften das verwaltete Vermögen langfristig wachsen lassen und damit auch den Prüfungsbedarf im Asset Management erhöhen.

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